Hessen (Frankfurt): – 1092 Verkehrsunfallstatistik 2021 – Weniger Verkehrstote in Frankfurt am Main

– Weniger Verkehrstote in Frankfurt am Main – Anzahl registrierter Verkehrsunfälle mit Radfahrenden erstmals seit fünf Jahren rückläufig – Starker Anstieg bei Verkehrsunfällen mit E-Scootern – Hauptunfallursachen: Alkohol & Drogen, Geschwindigkeit und Nichteinhalten des Sicherheitsabstands

(hol) Im vergangenen Jahr hat das Polizeipräsidium Frankfurt insgesamt 19.084 Verkehrsunfälle auf den Straßen Frankfurts (im Stadtgebiet und auf der Bundesautobahn) registriert. Dies bedeutet eine Zunahme um 6,38 % (2020: 17.940). Allerdings bewegt sich die Gesamtzahl bei Betrachtung des 3-Jahres-Vergleichs damit noch auf einem niedrigeren Niveau als vor der Pandemie (2018: 22.861 / 2019: 22.703).


Erfreulich ist hierbei, dass die Anzahl an Verkehrstoten deutlich zurückgegangen ist. Während im Jahr 2020 noch insgesamt 15 Menschen in der Folge eines Verkehrsunfalls verstorben sind, waren es im vergangenen Jahr neun Menschen (- 40,0%). Die Anzahl der Leichtverletzten ist nahezu gleichgeblieben, die der Schwerverletzten hingegen deutlicher zurückgegangen (-7,65 %).


Weniger Unfälle mit Radfahrerinnen und Radfahrern

Die registrierte Anzahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern ist erstmals seit fünf Jahren rückläufig. Während 2020 noch 1.162 Unfälle registriert wurden, waren es 2021 dann 1.003, was einem Rückgang um 13,68 % entspricht. Erfreulich ist dabei, dass die Anzahl der bei den Unfällen verletzten Radfahrerinnen und -fahrer um 20,12 % zurückging. Dabei sank die Zahl der Leichtverletzten um 19,46 % (2020: 740; 2021: 596) und die der Schwerverletzten um 24,56 % (2020: 114; 2021: 86). Leider verstarb auch in 2021 analog zum Vorjahr ein Radfahrer bei einem Verkehrsunfall.


Bedingt durch die Zunahme von Pedelecs (Pedal Electric Cycles) im Verkehr, hat auch deren Beteiligung an Verkehrsunfällen deutlich zugenommen. Waren es im Jahr 2020 insgesamt noch 97 Unfälle, haben sich ein Jahr später insgesamt 141 Verkehrsunfälle mit Pedelecs ereignet (+ 45,36 %). Dementsprechend stieg auch die Anzahl an Leicht- (+53,57 %) und Schwerverletzten (+18,18 %) bei den Pedelecnutzern an.


Starker Anstieg an Unfällen mit E-Scootern

Seit Juni 2019 sind sogenannte Elektrokleinstfahrzeuge im öffentlichen Verkehr zugelassen; darunter fallen auch E-Scooter. Seitdem sind sie aus dem Stadtbild Frankfurts nicht mehr wegzudenken. Sie erfreuen sich großer Beliebtheit. Dies spiegelt sich auch in einer deutlich gestiegenen Anzahl an Verkehrsunfällen wider. Während im Jahr 2020 noch 118 Unfälle mit E-Scootern registriert wurden, waren es 2021 insgesamt 433.


Zurückzuführen ist diese Entwicklung aus polizeilicher Sicht auf:

– den hohen Anteil von jungen, verkehrsunerfahrenen Nutzern – das Erfordernis guter motorischer Fähigkeiten zum sicheren Führen – den geringen Nutzungsgrad von Schutzausstattung (z.B. Helm) – den vergleichsweise häufigen Alkoholkonsum.

Wenn die Hauptverkehrsunfallursache durch Nutzer von E-Scootern gesetzt wird, handelt es sich dabei um:

– Verbotswidrige Nutzung der Fahrbahn oder anderer Straßenteile (93), – Alkoholeinfluss (76), – Vorfahrt (14), – Ungenügender Sicherheitsabstand (13), – Fehler beim Abbiegen (7)

Im Vergleich zur Gesamtzahl aller registrierten Verkehrsunfälle (16.742) ist der Anteil der Verkehrsunfälle mit E-Scootern auffällig niedrig. Es ist jedoch von einer hohen Anzahl polizeilich nicht registrierter Verkehrsunfälle auszugehen (Dunkelziffer).

Der Anteil der registrierten Verkehrsunfälle mit Personenschaden bei der Nutzung von E-Scootern (Leichtverletzte: 263; Schwerverletzte 27) steht im Vergleich zu den Gesamtzahlen der verunglückten Personen (Leichtverletzte: 263 zu 2.333, also 11,27%; Schwerverletzte: 27 zu 269, also 10,03%) in einem bemerkenswerten Missverhältnis zur Nutzungshäufigkeit des Verkehrsmittels.


Hauptunfallursachen: Alkohol & Drogen, Geschwindigkeit und Nichteinhalten des Sicherheitsabstandes

Im Vergleich zur Gesamtentwicklung haben die Verkehrsunfallursachen „Einfluss von Alkohol und anderer berauschender Mittel (Medikamentegen)“, sowohl innerstädtisch (+15,09%), als auch auf den Autobahnen (+11,90%) eine deutliche Steigerung erfahren.

Bei der Betrachtung der im Zusammenhang mit dem Konsum von Alkoholgen verunglückten Personen ist festzustellen, dass innerstädtisch mehr Menschen (Leichtverletzte +5,37%; Schwerverletzte +110,53%) verletzt und erfreulicherweise eine Person weniger als im Vorjahr, in dem es zwei waren, getötet wurde. Im Bereich der Bundesautobahnen verunglückten im Kalenderjahr 2021 aufgrund der Unfallursache Alkoholgen weniger Personen (Leichtverletzte (15/+/- 0%), Schwerverletzte (1/-3/-60%), getötete Personen (0/+-0%)).


Innerstädtisch haben die Unfallursachen „Geschwindigkeit“ (336/+67/+24,91%) und „Abstand“ (1.365/+106/+8,42%) deutlich zugenommen. Die Anzahl der in diesem Zusammenhang verunglückten Personen stieg im Kontext „Geschwindigkeit“ (96/+3/+3,26%) und im Zusammenhang mit der Verkehrsunfallursache „Abstand“ (348/+27/+8,41%) gleichfalls an.

Auf den Bundesautobahnen ist eine ähnliche Entwicklung (Unfallursache „Geschwindigkeit“ (424/+22/+5,47%); Unfallursache „Abstand“ (660/+21/+3,29%) festzustellen. Im Gegensatz dazu verringerte sich die Anzahl der in diesem Zusammenhang auf Bundesautobahnen verunglückten Personen (Unfallursache „Geschwindigkeit“ (72/-7/-8,86%); Unfallursache „Abstand“ (149/-18/-10,78%)).


Maßnahmen der Frankfurter Polizei

Um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen, führt die Frankfurter Polizei regelmäßig umfangreiche Maßnahmen durch. Hierzu gehören nicht nur klassische Kontrollen, wie zum Beispiel Geschwindigkeits- oder Gurtkontrollen, sondern auch umfassende Kontrollen im Zusammenhang mit technischen Vorschriften, welche umfangreiches Spezialwissen erfordern. Die Polizistinnen und Polizisten der Verkehrsdirektion verfügen nicht nur über versierte Ermittler, sondern auch über Spezialisten, zum Beispiel in den Bereichen des gewerblichen Güter- und Personenverkehrs, des Gefahrgutes sowie im Bereich Poser, Raser und Tuner. Ebenso sind sie geschult im Erkennen von rauschmittelbeeinflussten Fahrerinnen und Fahrern. Maßnahmen der Fahrradstaffel zum Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer ergänzen das Aufgabenportfolio.


Sämtliche Maßnahmen zur Steigerung der Verkehrssicherheit orientieren sich an der Verkehrssicherheitsstrategie der hessischen Polizei. Dabei umfassen die polizeilichen Maßnahmen nicht nur das Ahnden von Verstößen (Enforcement), sondern auch die Beratung städtischer Behörden bei der verkehrssicheren Gestaltung des Verkehrsraums (Engineering), sowie die Verkehrssicherheitsberatung mit den Elementen Verkehrserziehung und -aufklärung (Education).


Daher leistet die Frankfurter Polizei beispielsweise im Rahmen der polizeilichen Verkehrserziehung an den Grund- und weiterführenden Schulen Frankfurts einen wichtigen Beitrag zur Gefahrensensibilisierung. Kinder erhalten auf diesem Weg Kenntnisse über Regeln des Straßenverkehrs und erwerben Kenntnisse zum Umgang mit Risiken und Gefahren im Verkehr. Aber auch im Rahmen der täglichen Kontrollen suchen die Polizistinnen und Polizisten immer wieder das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern und leisten dabei wichtige Aufklärungsarbeit.


Zur Steigerung der Verkehrssicherheit stehen für die Polizei die Verhinderung von Verkehrsunfällen und die Minimierung von Verkehrsunfallgefahren und -folgen an erster Stelle. Die Frankfurter Polizei wird deshalb die begeparkten Konzeptionen und Maßnahmen unter der Berücksichtigung aktueller Entwicklungen – für Ihre Sicherheit im Straßenverkehr – auch zukünftig überprüfen, weiterentwickeln und konsequent fortführen.


Ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht aller Verkehrsteilnehmenden sind eine grundlegende Voraussetzung – bitte leisten auch Sie Ihren wertvollen Beitrag und unterstützen Sie die gemeinsamen Bemühungen, um der „Vision Zero“ – null Tote im Straßenverkehr – einen weiteren Schritt näher zu kommen.

Hinweis: Der Verkehrsbericht 2021 ist auf unserer Internetseite unter

(Verkehrsstatistiken) abrufbar.

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Quelle: Polizeipräsidium Frankfurt am Main, Übermittlung: news aktuell

(Alle Informationen beruhen auf Angaben der zuständigen Polizei von heute)

Andreas Krämer