Nordrhein-Westfalen (Bielefeld): Ablenkung kann tödlich enden: Europäischer Tag ohne Verkehrstote

FR / Bielefeld / A44 – Die Polizei Bielefeld hat Mittwochabend, 21. September 2022, Verkehrskontrollen auf dem Rastplatz Sintfeld, in Fahrtrichtung Kassel durchgeführt. Die Kontrollen erfolgten im Rahmen des Europäischen Tags ohne Verkehrstote zwischen 18 und 0 Uhr. Sie sollen Verkehrsteilnehmer für die Gefahren im Verkehr sensibilisieren und langfristig dazu beitragen, dass die Anzahl schwerer und tödlicher Unfälle sinkt.


Die Nutzung von elektronischen Geräten während der Fahrt ist leider öfter ursächlich für die Ablenkung von Fahrern. Insbesondere die Nutzung von Smartphones birgt die Gefahr, dass Reaktionszeiten, um adäquat auf Gefahrensituationen reagieren zu können, erheblich verlängert werden. Eine mögliche Folge: Schwerwiegende und tödliche Unfälle.

Bei 50 Stundenkilometern fährt ein Auto in nur einer Sekunde rund 14 Meter! Der Zwei-Sekunden-Blick aufs Display bei einer Fahrt mit 50 km bedeutet also fast 30 Meter Blindflug.

Auch bei Unfälle wie dem Auffahren an Stauenden, dem Abkommen von der Fahrbahn oder dem Fahren in den Gegenverkehr ist oftmals „Ablenkung“ als Ursache zu vermuten. Aber auch weitere Faktoren können gerade auf der Autobahn zu schwersten Unfällen führen. Neben der Ladungssicherung ist auch Übermüdung ein weiteres Problem.

Die Kontrolle der Bielefelder Verkehrspolizei fand im Rahmen der „Roadpol Safety Week“ und der Aktion „Focus on the ROAD“ statt.

Insgesamt wurden 49 Fahrzeuge kontrolliert, von denen 14 beanstandet wurden. In zehn Fällen war die Ladungssicherung nicht ausreichend, in drei Fällen wurde gegen Lenk- und Ruhezeiten verstoßen.

Zudem wurde ein Klein-LKW kontrolliert, der Metallzäune transportierte. Statt einer zulässigen Gesamtmasse von 3,5 Tonnen brachte das Fahrzeug insgesamt 7,6 Tonnen auf die Waage. Es erfolgte eine Untersagung der Weiterfahrt. Zudem wurde eine Sicherheitsleistung von 600 Euro erhoben.

Neben der Polizei waren auch das Technische Hilfswerk Paderborn, das Hauptzollamt Bielefeld und das Ausländeramt Paderborn vor Ort.

(Bei dem Bild handelt es sich um ein Symbolfoto. Urheber: IM NRW)

Quelle: Polizei Bielefeld, Übermittlung: news aktuell

(Alle Informationen beruhen auf Angaben der zuständigen Polizei von heute)

Wenn in NRW das Blaulicht flackert – Verkehrsunfälle in Nordrhein-Westfalen

Ein schöner Tiefst-Stand: seit 1953 hat es nie weniger Verkehrstote gegeben als in 2019. Im Vergleich zu 2018 wurden im vergangenen Jahr 32 Menschen weniger getötet, insgesamt 458.

Das ist ein echter Erfolg. Aber immer noch sind viele schlimme Unfälle auf unseren Straßen leicht vermeidbar“, meint Innenminister Herbert Reul. Bis 2050 soll es laut Reul gelingen, dass nur noch in ganz seltenen Fällen ein Mensch durch einen Verkehrsunfall getötet wird.

Auch 2019 gab es viele Fälle, in denen der Tod eines Menschen durch einen Verkehrsunfall zu vermeiden gewesen wäre: 97 Mal wurde zu schnelle gefahren, 31 Menschen waren nicht angeschnallt, in 39 Fällen waren Drogen oder Alkohol im Spiel und ein Mensch starb, weil er beim Fahren das Handy benutzte. 1.800 pro Tag krachte es in Nordrhein-Westfalen 2019 – insgesamt nahm die Polizei 679.000 Unfälle auf.

Wenn der Rettungswagen mit Blaulicht besonders schnell unterwegs ist dann ist oft ein Kind Opfer eines Verkehrsunfalls geworden: in fünf Fällen konnten Ärzte und Sanitäter 2019 den jungen Opfern nicht mehr helfen.


Andreas Krämer