Nordrhein-Westfalen (Münster): Neue Zusammenarbeit zwischen Polizei Münster und Holocaust-Gedenkstätte Yad VaShem in „Nie wieder! – Polizei stärkt Resilienz gegen Antisemitismus

Münster (ddna)
Die Gefahr ist allgegenwärtig. Extremismus und Antisemitismus sind keine Themen der Vergangenheit. „Wir als Polizei tragen eine besondere Verantwortung für eine wehrhafte Demokratie. Sie funktioniert nur dann, wenn jeder von uns eine glasklare Haltung und einen guten inneren Kompass hat“, erklärte Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf bei einer Großveranstaltung für mehr als 200 Polizeistudierende der HSPV (Hochschule für Polizei und Verwaltung), Abteilung Münster. „Wir dürfen im täglichen Miteinander nicht hinnehmen, dass Antisemitismus und Rassismus wieder salonfähig werden. Damit das Böse triumphiert, ist nur eines nötig: dass gute Menschen nichts tun“, mahnte Alexandra Dorndorf mit den Worten des irischen Schriftstellers Edmund Burke. Ab sofort arbeiten die Polizei Münster und die HSPV jetzt auch eng mit der Holocaust-Gedenkstätte Yad VaShem in Jerusalemael zusammen. HSPV-Präsident Martin Bornträger lobte die internationale Zusammenarbeit mit den Partnern aus Israel. „Ich freue mich sehr über die ganz besondere Form der Zusammenarbeit mit Partnerinnen und Partnern aus Israel. Das zeigt: Die HSPV versteht sich als weltoffene Hochschule“, machte Bornträger deutlich. „Menschlichkeit und die Anerkennung von Diversität bilden das Herzstück der täglichen Arbeit unserer künftigen Absolventinnen und Absolventen.“
Eine Polizeidelegation unter Leitung von Alexandra Dorndorf hatte die Kontakte bei einem Besuch in Münsters Partnerstadt Rishon-Le-Zion im Sommer knüpfen können. „Der Besuch in Yad VaShem hat uns vor Augen geführt: Der Holocaust darf nie in Vergessenheit geraten. Nie wieder darf so etwas geschehen. Für die Polizei ist es Aufgabe und Verpflichtung zugleich, ihren Beitrag gegen extremistische und antisemitische Entwicklungen zu leisten“, berichtete die Polizeipräsidentin. Gerade junge Menschen verlieren immer mehr den Bezug zu den Grausamkeiten des Nationalsozialismus, auch weil Zeitzeugen immer weniger werden. „Besonders unsere Berufseinsteiger gegen Antisemitismus zu sensibilisieren, war die Grundidee zur Veranstaltung ‚Resilienz gegen Antisemitismus'“, verdeutlichte Dorndorf.
Dr. Gil Yaron, Leiter des NRW Büros Israel und Julian Tsapir, Mitarbeiter der Holocaustgedenkstätte Yad VaShem, erläuterten in beeindruckenden Vorträgen die Rolle der Polizei im Holocaust und die aktuelle Entwicklung von Formen des Antiisraelismus. ‚Resilienz gegen Antisemitismus‘ sowie die ‚Aufgabe des Extremismusbeauftragten in der Polizei‘ standen in weiteren Vorträgen im Vordergrund. Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf freute sich besonders über die großartige Unterstützung aus dem NRW Büro Israel. „Die Landesregierung NRW verfolgt mit dem Koalitionsvertrag das Ziel, die Beziehungen zu Israel zu intensivieren und an den Holocaust zu erinnern. Dazu leisten wir mit unserer Verbindung einen wichtigen Beitrag.“
Nach den positiven Rückmeldungen zu dieser Veranstaltung ist klar: Eine Wiederholung steht im nächsten Jahr auf der Agenda.

Quelle: Polizei Münster, Übermittlung: news aktuell
(Alle Informationen beruhen auf Angaben der zuständigen Polizei von heute)


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