Nordrhein-Westfalen (Essen): Drei mutmaßliche Einbrecher festgenommen – Fluchtwagen fährt gegen Heuballen

Polizei sperrt Straße ab (Symbolisches Bild, Quelle: Polizei)

Essen (ddna)
45481 MH.-Saarn: Nach einem versuchten Wohnungseinbruch am Malmedyweg konnte die Polizei am Sonntagabend drei Tatverdächtige festnehmen. Gegen 18:45 Uhr hörte ein Augenzeuge ein lautes Geräusch, ähnlich einer splitternden Glasscheibe, aus dem Garten seines Nachbarn und ging auf den Balkon, um nach dem Rechten zu sehen. Dabei stellte er fest, dass ein Mann im Garten des Nachbarn war. Als er diesen ansprach, ging der Mann in Richtung des Hauses, sprach mit einer weiteren Person und floh mit dieser gemeinsam. Der Zeuge alarmierte die Polizei. Daraufhin machten sich mehrere Streifenwagen auf den Weg zum Tatort, um nach den flüchtigen Verdächtigen zu suchen. Noch auf dem Weg zum Malmedyweg fiel einem Streifenteam ein grüner VW Passat mit auswärtigem Kennzeichen auf, der von der Markenstraße nach links auf die Kölner Straße abbog. Aufgrund der Nähe zum Tatort und der von Zeugen beschriebenen Fluchtrichtung, entschieden sich die Beamten, den Wagen zu kontrollieren. Als die Polizisten ihren Streifenwagen wendeten, beschleunigte der Passat. Die Beamten nahmen die Verfolgung auf und schalteten die Anhaltezeichen des Streifenwagens an. Diese missachtete der Passatfahrer jedoch und setzte seine Fahrt mit überhöhter Geschwindigkeit fort. An der Kreuzung Kölner Straßescheider Straße bog der Passat nach rechts in die Remscheider Straße ab. Auf Höhe der Solinger Straße durchbrach der Passat die Absperrung einer Baustelle. Da es sich bei der Remscheider Straße um eine Sackgasse handelt, bremste der Passat. Während das Auto noch rollte, sprangen der Fahrer und der Beifahrer aus dem Wagen und flohen in diverse Richtungen. Der VW rollte weiter bis er gegen zwei Heuballen prallte und zum Stehen kam. Später fand die Polizei Einbruchswerkzeug in dem Fluchtfahrzeug. Der Fahrer des Passats konnte nach kurzer Verfolgung zu Fuß gestellt und festgenommen werden. Dabei wurde auch der Einsatz des Distanzelektroimpulsgerätes angedroht, um einen möglichen Angriff auf die Polizisten bereits im Keim zu ersticken. Bei dem Mann handelt es sich um einen 26-jährigen Albaner. Der Beifahrer des Passats konnte trotz fußläufiger Verfolgung zunächst durch ein Waldstück fliehen. Ein weiterer Zeuge meldete der Polizei jedoch, dass in der Straße Am Wambach ein Mann durch seinen Garten gelaufen und dann als Beifahrer in einen hellen Kleinwagen gestiegen sei. Anschließend sei der Wagen über die Kölner Straße in Richtung Breitscheid gefahren. Ein Streifenwagen, der sich wegen des Einbruchs in der Nähe aufhielt, nahm die Fahndung nach dem Auto auf. An der Einmündung Kölner Straßeoter Straße entdeckten die Beamten einen gelben Fiat Panda und konnten ihn auf der Kölner Straße anhalten. Der Beifahrer des Fiat (25, albanisch) hatte mehrere Kratzwunden im Gesicht sowie an den Händen. Zudem war seine Kleidung komplett durchnässt. Die Polizei geht davon aus, dass er aus dem verunfallten VW gestiegen und zu Fuß durch Wald- und über Wiesenstücke zur Straße Am Wambach geflohen und dort in den wartenden Fiat gestiegen ist. Auf der fußläufigen Flucht hatte er dem Fahrer des Wagens über sein Handy seinen Standort übermittelt, damit dieser ihn finden und mitnehmen konnte. Er sowie der 40-jährige albanische Fahrer des Fiats wurden festgenommen. Am Malmedyweg stellte die Polizei fest, dass mehrere Fenster sowie ein Rollladen und ein Zaun beschädigt waren. Die Einbrecher haben es aber offenbar nicht geschafft, in das Haus zu gelangen. Gegen den 26-jährigen und gegen den 25-jährigen Tatverdächtigen wurde am Montag bei der richterlichen Vorführung Untersuchungshaft angeordnet. Der 40-jährige Fahrer des Fiats wurde wieder entlassen. Außerdem werden dem Passat-Fahrer mehrere Verkehrsverstöße während der Flucht vor der Polizei sowie unerlaubtes Entfernen vom Unfallort zur Last gelegt. Gegen den 26-Jährigen liegen außerdem zwei Europäische Haftbefehle vor, unter anderem wegen schweren Raubes in den Niederlanden.

Quelle: Polizei Essen, Übermittlung: news aktuell
(Alle Informationen beruhen auf Angaben der zuständigen Polizei von heute)

Immer mehr Unfallfahrer verschwinden vom Unfallort

Eine gute Nachricht ist ohne Zweifel, dass es in unserem Bundesland immer weniger Verkehrsunfälle gibt. Weniger schön: immer häufiger flüchten Fahrer und Fahrerinnen in Nordrhein-Westfalen von der Unfallstelle. 2015 waren es schon 139.000 Unfallbeteiligte, die einfach verschwanden, 2019 dann mehr als 143 Tausend, also noch einmal fast 5.000 Flüchtige mehr!

Die steigende Zahl von Unfallfluchten ist ein echtes Problem“, betont Innenminister Herbert Reul und fügte hinzu: „Da geht es nicht nur um Sachschäden in Millionenhöhe, da werden Menschen verletzt und sogar getötet“.

Präzise 40,9% der Fälle konnten von den Ermitteln aufgeklärt werden. Werden Menschen von einem Unfallflüchtigen getötet lässt die Polizei nicht locker. So konnten 2019 in 8 von 10 Fällen der Todesfahrer überführt werden. Wurden Menschen schwer verletzt einfach am Unfallort einfach zurückgelassen gelang es in der Hälfte der Fälle, den oder die Schuldige zu finden.

Übrigens, der Gesetzgeber spricht weder von Fahrerflucht noch von Unfallflucht. Juristisch korrekt heißt es nach §142 des Strafgesetzbuches (StGB): „Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort“.


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