HRI: Deutsche Wirtschaft schrumpft dieses Jahr erneut

via dts Nachrichtenagentur

Das „Handelsblatt“ Research Institute (HRI) geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr erneut leicht um 0,1 Prozent schrumpfen wird.

Für das kommende Jahr prognostizieren die HRI-Ökonomen dann einen Zuwachs um 0,9 Prozent. Dies wäre das erste Plus seit 2022. Die geplanten Vorhaben von CDU/CSU und SPD seien jedoch nicht geeignet, um die deutsche Volkswirtschaft zurück auf ihren alten Wachstumspfad zu bringen, heißt es in der neuen Konjunkturprognose des Instituts.

„Auch gut gemeint ist das Gegenteil von gut“, kommentierte „Handelsblatt“-Chefökonom Bert Rürup die Pläne der vermutlich nächsten Bundesregierung. Diese „recht kleine GroKo“ versuche vorrangig, mit einer keynesianischen Konjunkturpolitik die strukturellen Probleme der deutschen Volkswirtschaft anzugehen. „Das mag kurzfristig das Wirtschaftswachstum leicht anregen, das markant zurückgegangene Produktionspotenzial wird dadurch jedoch nicht gesteigert.“

Die geplanten neuen Vergünstigungen dürften im Zusammenspiel mit den weiter leicht steigenden Reallöhnen dafür sorgen, dass der private Konsum 2025 und 2026 recht kräftig um 0,7 bzw. 1,5 Prozent zulegt. Der private Konsum wird damit 2025 und 2026 zwar leicht über dem Vorkrisenniveau des Jahres 2019 liegen. Allerdings verteilt sich dieser Betrag angesichts der deutlich gewachsenen Bevölkerung auf mehr Köpfe. Zum Vergleich: Der Staatskonsum wird 2026 rund 17 Prozent über dem Vor-Corona-Niveau liegen.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit werde sich zunächst fortsetzen und erst zum Jahreswechsel abschwächen. Im Durchschnitt dürften im laufenden Jahr drei Millionen Menschen arbeitslos gemeldet sein, 2026 dann 3,14 Millionen Personen.

Dies wäre der höchste Wert seit 2010, dem Jahr nach der Finanzkrise.

„Gemessen an den derzeitigen Möglichkeiten wäre ein Wirtschaftswachstum von knapp einem Prozent im kommenden Jahr das, was man heute wohl einen Aufschwung nennen muss“, resümiert „Handelsblatt“-Chefökonom Rürup. Viel mehr sei gegenwärtig „nicht drin“, da bereits zahlreiche Industriearbeitsplätze verloren gegangen seien. „Um das Angebot an Arbeit und Kapital nachhaltig zu erhöhen und die Volkswirtschaft wieder auf einen höheren Wachstumspfad zu bringen, bedarf es keiner Konjunkturprogramme, sondern grundlegender Strukturreformen.“


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