Kreis Gütersloh: Silvester 2025/2026 überwiegend friedlich – Polizei zieht Bilanz

Die meisten Menschen im Kreis Gütersloh feierten den Jahreswechsel 2025/2026 friedlich. 114 Mal wurde die Polizei gerufen. Die Bilanz bleibt insgesamt positiv, doch es gab einzelne Vorfälle, die genauer geprüft werden.

An der Neuenkirchener Straße kam es am 31. Dezember um 14:20 Uhr zu einem Einsatz: Zeugen meldeten einen verletzten Mann. Der 54 Jahre alte Gütersloher war zuvor von einem bislang unbekannten Fahrradfahrer geschlagen worden. Die Tat fand auf dem Discounter-Parkplatz statt. Der Unbekannte soll eine gelb-orangefarbene Jacke getragen haben. Der Geschädigte wies leichte Verletzungen auf.

Um 02:06 Uhr wurde die Polizei über einen möglichen Unfall an der Neuenkichener Straße informiert. Eine Person lag an einer Bushaltestelle auf dem Boden. Zunächst ging man von schweren Verletzungen aus. Im Verlauf der Ermittlungen stellte sich heraus, dass es sich um denselben 54-Jährigen handelte, der am Nachmittag vor dem Discounter-Markt geschlagen worden war. Seine Verletzungen rührten aus der vorherigen Auseinandersetzung. Ob es in der Nacht zu einem Verkehrsunfall mit Flucht kam, konnte bislang nicht abschließend geklärt werden. Zeugen hatten zuvor einen unfallähnlichen Knall gehört. Anschließend entdeckten sie den Mann an der Bushaltestelle. Die Ermittlungen dazu dauern an.

Um kurz nach Mitternacht (00:20 Uhr) befanden sich schätzungsweise 500 Personen im Bereich des Rathausplatzes. Teilweise wurden Feuerwerkskörper in Richtung von Personengruppen geworfen. Während einer Personenkontrolle wurde ein lauter Feuerwerkskörper aus einer Gruppe heraus in die Richtung der Beamten geworfen. Zudem wurde eine Silvesterrakete an den abgestellten Streifenwagen geschossen. Die Polizei erteilte mehrere Platzverweise. Drei Männer wurden daraufhin in Gewahrsam genommen. Zwei Gütersloher, beide 18 Jahre alt, leisteten Widerstand. Beide deuteten zuvor unabhängig voneinander an, Feuerwerkskörper auf die Beamten werfen zu wollen. Ihnen wurden Blutproben entnommen, bevor sie die Nacht im Gewahrsam beendeten. Die Polizei hat mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet und auch mehrere Personalien möglicher Tatverdächtiger aufgenommen.

Um 00:45 Uhr meldeten Zeugen eine größere Schlägerei im Bereich Brockweg/Westfalenweg. Sechs Personen klagten über Augenreizungen und Atembeschwerden. Die Gruppe war vor dem Eintreffen der Polizei geflüchtet. Im Zuge der Auseinandersetzung soll Pfefferspray eingesetzt worden sein. Zudem drohte eine Person mit einer Pistole. Die Polizei sicherte in der Nähe eine Schreckschusspistole. Ein Verfahren wurde eingeleitet; mehrere Zeugenaussagen wurden aufgenommen; die Ermittlungen zu den flüchtenden Personen dauern.

Um 01:25 Uhr versammelten sich rund zehn Unbekannte um das Auto eines 23-Jährigen an der Moltkestraße. Einer aus der Gruppe kletterte aufs Autodach. Als der 23-Jährige ausstieg, wurde er geschlagen und noch getreten, als er bereits am Boden lag. Zeugen griffen ein. Die Tatverdächtigen flüchteten.

Um 01:30 Uhr kam es zu Widerstand zum Nachteil der Polizei an der Eichenallee. Bei einer größeren Feier kam es zu einer Schlägerei. Ein 41-jähriger Gütersloher sollte in Gewahrsam genommen werden. Dagegen wehrte er sich massiv. Ihm wurde eine Blutprobe abgenommen.

Darüber hinaus kam es am Abend und in der Nacht kreisweit zu neun Brandeinsätzen unter Beteiligung der Polizei, bei denen der Verdacht der Brandentstehung durch Feuerwerkskörper besteht. Beschädigt wurden hauptsächlich Müllcontainer, eine Hecke und Balkonmöbel. Durch den Brand einer Mülltonne an der Widumstraße in Rheda-Wiedenbrück wurde auch ein Klimagerät und die Fassade eines Schuppens beschädigt. Ebenso wurde die Fassade eines Hauses in Harsewinkel an der Nordstraße beschädigt, nachdem es im Bereich der Mülltonnen zu einem Brand kam. Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauern an.

Die Polizei bittet darum, dass sich Zeugen zu den veröffentlichten Vorfällen über die Telefonnummer der Vermittlung 05241 869-0 melden. Relevant können auch Videos sein, welche durch Zeugen aufgenommen worden sind.