Welt-Braille-Tag (international)

Der Welt-Braille-Tag wird jährlich am 4. Januar begangen und ist ein internationaler Aktionstag, der 2001 eingeführt wurde. Er wird von der Weltblindenunion betreut und hat das Ziel, das Bewusstsein für die Bedeutung der Brailleschrift zu schärfen. Diese Schriftform ermöglicht es blinden und sehbehinderten Menschen, Zugang zu Bildung und Informationen zu erhalten, was entscheidend für ihre gesellschaftliche Teilhabe ist.

Die Brailleschrift wurde im 19. Jahrhundert von Louis Braille entwickelt, einem französischen Blindenpädagogen, der selbst im Alter von drei Jahren sein Augenlicht verlor. Sie basiert auf einem System von erhabenen Punkten, die mit den Fingern ertastet werden können. Dieses System hat sich weltweit als Standard für die Lese- und Schreibfähigkeit von blinden Menschen etabliert. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es weltweit schätzungsweise 36 Millionen blinde Menschen, die von der Brailleschrift profitieren können (Quelle: WHO, 2019).

Der Welt-Braille-Tag erinnert an die Notwendigkeit, Barrieren abzubauen und die Zugänglichkeit von Informationen für blinde und sehbehinderte Menschen zu verbessern. In vielen Ländern werden an diesem Tag Veranstaltungen und Aktionen durchgeführt, um die Öffentlichkeit für die Herausforderungen und Bedürfnisse dieser Bevölkerungsgruppe zu sensibilisieren. Dabei wird auch auf die Bedeutung von Inklusion und Chancengleichheit hingewiesen.

Die Brailleschrift ist nicht nur ein Werkzeug zur Alphabetisierung, sondern auch ein Symbol für die Unabhängigkeit und Selbstbestimmung blinder Menschen. Sie ermöglicht es ihnen, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und ihre Rechte wahrzunehmen. Der Welt-Braille-Tag bietet eine Gelegenheit, die Errungenschaften in diesem Bereich zu würdigen und gleichzeitig auf bestehende Herausforderungen aufmerksam zu machen.