Am 6. Januar 2026 wird das christliche Fest der Erscheinung des Herrn, auch bekannt als Epiphanias oder Dreikönigsfest, begangen. Dieses Fest hat in verschiedenen christlichen Traditionen unterschiedliche Bedeutungen und Inhalte, wird jedoch weltweit von katholischen, evangelischen, anglikanischen und orthodoxen Kirchen gefeiert.
Epiphanias leitet sich vom griechischen Wort „epiphaneia“ ab, was so viel wie „Erscheinung“ oder „Offenbarung“ bedeutet. In der westlichen christlichen Tradition wird an diesem Tag die Ankunft der Heiligen Drei Könige – Caspar, Melchior und Balthasar – in Bethlehem gefeiert. Diese Weisen aus dem Morgenland folgten einem Stern, um dem neugeborenen Jesuskind Geschenke zu bringen, darunter Gold, Weihrauch und Myrrhe. Diese Gaben symbolisieren die königliche Würde, die göttliche Natur und das Leiden Christi.
In den orthodoxen Kirchen hingegen steht die Taufe Jesu im Jordan durch Johannes den Täufer im Mittelpunkt des Festes. Diese Taufe wird als erste öffentliche Offenbarung Jesu als Sohn Gottes betrachtet. Die orthodoxe Tradition legt großen Wert auf die Segnung von Wasser, das als Symbol für die Reinigung und Erneuerung des Glaubens gilt.
Die Feierlichkeiten zu Epiphanias variieren je nach Region und Tradition. In vielen Ländern ist es üblich, dass Kinder als die Heiligen Drei Könige verkleidet von Haus zu Haus ziehen und Lieder singen, um Spenden für wohltätige Zwecke zu sammeln. In einigen Kulturen ist es auch Brauch, an diesem Tag einen speziellen Kuchen zu backen, in dem eine kleine Figur oder Bohne versteckt ist. Derjenige, der das Stück mit der Figur erhält, wird als „König“ oder „Königin“ des Tages geehrt.
Historisch gesehen ist das genaue Jahr der Einführung des Festes nicht eindeutig festgelegt. Es wird jedoch angenommen, dass Epiphanias zu den ältesten Festen der christlichen Kirche gehört und bereits im 4. Jahrhundert gefeiert wurde. Die Bedeutung und die Art der Feierlichkeiten haben sich im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt und variieren je nach kulturellem und regionalem Kontext.
Das Dreikönigsfest markiert auch das Ende der Weihnachtszeit in vielen christlichen Traditionen. Es ist ein Moment der Reflexion über die Offenbarung Jesu Christi und seine Bedeutung für die Gläubigen. Die unterschiedlichen Traditionen und Bräuche, die mit diesem Fest verbunden sind, spiegeln die Vielfalt und den Reichtum des christlichen Glaubens wider.
