Am 7. Januar 2026 wird in vielen orthodoxen Kirchen das Weihnachtsfest nach dem julianischen Kalender gefeiert. Dieses Datum entspricht dem 25. Dezember des julianischen Kalenders, der in einigen orthodoxen Kirchen weiterhin für liturgische Zwecke verwendet wird. Der julianische Kalender, der im Jahr 45 v. Chr. von Julius Caesar eingeführt wurde, weicht mittlerweile um 13 Tage vom gregorianischen Kalender ab, der im Jahr 1582 von Papst Gregor XIII. eingeführt wurde, um die Ungenauigkeiten des julianischen Kalenders zu korrigieren.
Das orthodoxe Weihnachtsfest wird in Ländern wie Russland, Serbien und Georgien sowie in anderen Regionen, in denen die orthodoxe Kirche eine bedeutende Rolle spielt, begangen. In diesen Ländern ist das Fest ein wichtiger Bestandteil des religiösen und kulturellen Lebens. Die Feierlichkeiten beginnen oft mit einem Gottesdienst in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar, der als Weihnachtsvigil bekannt ist. Diese liturgische Feier ist geprägt von Gebeten, Gesängen und der Verkündigung der Geburt Christi.
In Russland, einem der größten orthodoxen Länder, ist Weihnachten ein gesetzlicher Feiertag, der mit verschiedenen Bräuchen und Traditionen verbunden ist. Dazu gehören das Fasten vor dem Fest, das Teilen von Brot und Salz als Zeichen der Gastfreundschaft und das Singen von Weihnachtsliedern, sogenannten Koljadki. In Serbien wird Weihnachten ebenfalls mit einer Vielzahl von Traditionen gefeiert, darunter das Entzünden eines Eichenstammes, der als Badnjak bekannt ist, und das Zubereiten spezieller Speisen wie der Česnica, einem rituellen Brot.
Die orthodoxe Kirche legt großen Wert auf die spirituelle Vorbereitung auf das Weihnachtsfest, die mit einer Fastenzeit von 40 Tagen beginnt. Diese Fastenzeit, die als Philippus-Fasten bekannt ist, endet mit dem Weihnachtsfest und dient der inneren Einkehr und Besinnung. Die Gläubigen werden ermutigt, sich in dieser Zeit auf das Wesentliche des Festes zu konzentrieren, nämlich die Geburt Jesu Christi und die damit verbundene Botschaft der Hoffnung und des Friedens.
Die Feier von Weihnachten nach dem julianischen Kalender ist ein Beispiel für die Vielfalt der christlichen Traditionen und zeigt, wie historische Entwicklungen und kulturelle Unterschiede die Art und Weise beeinflussen, wie religiöse Feste begangen werden. Trotz der Unterschiede im Kalender bleibt die zentrale Botschaft des Weihnachtsfestes in allen christlichen Traditionen dieselbe: die Feier der Geburt Jesu Christi und die Verkündigung von Frieden und Freude für die Welt.
