Gefälschte Smartphones verkauft: Zivilpolizisten stoppen Betrug bei inszeniertem Verkaufstreffen

Bei einem inszenierten Verkaufstreffen im Kasseler Stadtteil Oberzwehren nahmen Zivilpolizisten am Abend einen 19-Jährigen fest. Er steht im Verdacht, gefälschte Apple-Smartphones über ein Kleinanzeigenportal verkauft zu haben.

Zuvor hatte sich ein 46 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Paderborn bei der Polizei gemeldet. Er hatte am vergangenen Wochenende über das Portal ein angebliches Apple iPhone für 1.250 Euro entdeckt. Nach einem schriftlichen Kontakt kam es zu einem Treffen nahe des Bahnhofs Kassel-Oberzwehren, bei dem er das Handy gegen Barzahlung in einem versiegelten Karton erwarb. Später stellte er fest, dass es sich um eine billige Fälschung handelte, und der Verkäufer war nicht mehr erreichbar.

Gestern entdeckte der Mann online ein nahezu identisches Inserat in Kassel. Er schrieb den Anbieter unter einem anderen Account an und gab Kaufinteresse vor. Gleichzeitig informierte er die Polizei, die das weitere Vorgehen festlegte. So traf der 19-Jährige wie vereinbart um 22 Uhr am gleichen Treffpunkt mit dem gefälschten iPhone ein. Statt des Käufers stand ein Zivilpolizist bereit, der den Tatverdächtigen gemeinsam mit Kollegen festnahm.

Bei der Festnahme stellten die Beamten neben dem täuschend echt aussehenden Apple-Smartphone noch zwei weitere Handys sicher. Nach den Maßnahmen auf dem Revier wurde die Wohnung des Verdächtigen durchsucht; Es wurden keine weiteren Fälschungen gefunden.

Gegen den 19-Jährigen aus Kassel wird nun wegen Betrugs und Verstoßes gegen das Markengesetz ermittelt.

Um sich beim Kauf eines Smartphones vor Betrug zu schützen, gibt die Polizei folgende Hinweise: Kaufen Sie hochwertige Geräte nur bei autorisierten Fachhändlern, zertifizierten Online-Shops oder direkt beim Hersteller. Achten Sie bei Plattformen im Internet auf vollständige Kontaktdaten, belastbare Bewertungen sowie ein ordentliches Impressum bei Online-Shops. Seien Sie misstrauisch, wenn der Preis deutlich unter dem Marktpreis liegt. Vermeiden Sie spontane Käufe und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Holen Sie vor dem Kauf Seriennummer bzw. IMEI ein und prüfen Sie sie gegebenenfalls auf der Herstellerseite; Nummern können auch imitierbar sein. Verlangen Sie bei privaten Käufen eine Rechnung oder einen Kaufbeleg. Achten Sie auf ungewöhnliche oder mangelhafte Verpackung. Reagiert der Anbieter ausweichend oder bittet um Kontakt außerhalb der Verkaufsplattform, seien Sie wachsam. Zahlen Sie nur mit Käuferschutz und ohne Vorauszahlung. Treffen Sie sich idealerweise an einem öffentlichen Ort und lassen Sie sich den Ausweis des Verkäufers zeigen. Erstatten Sie bei Verdacht eine Anzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle oder online.