Nach einem ereignisreichen Freitag auf der Autobahn 7 zieht die Autobahnpolizei Hildesheim eine erste Bilanz. Im Zeitraum von 00:00 Uhr bis Mitternacht war der Zuständigkeitsbereich zwischen dem Autobahndreieck Hannover-Süd und dem Autobahnparkplatz Schwalenberg von Einsätzen, Unfällen und Sperrungen geprägt.
Die Bilanz lautet: Eine verunglückte Person, drei schwer Verletzte, sieben leicht Verletzte; fünf Vollsperrungen; knapp 60 Einsätze insgesamt; darunter 10 Gefahrenstellen, 16 Verkehrsunfälle (einschließlich Unfallfluchten) und 33 weitere Einsätze wie Hilfeleistungen, Hinweise auf Gefahren, Auskünfte, liegen- oder steckengebliebene Fahrzeuge sowie Parkbehinderungen auf Parkplätzen.
Bereits gegen 06:00 Uhr blieben die ersten Sattelzüge auf der Steigungsstrecke zwischen der Hildesheimer Anschlussstelle und der Tank- und Rastanlage Hildesheimer Börde auf der Autobahn 7 in Richtung Kassel liegen. Gegen 07:00 Uhr waren beide im Baustellenbereich verfügbaren Fahrstreifen blockiert, sodass der Abschnitt bis zur Bergung der Sattelzüge voll gesperrt blieb, was bis gegen 10:30 Uhr andauerte.
Gegen 09:30 Uhr geriet ein Sattelzug in Richtung Hannover zwischen Seesen und Rhüden/Harz ins Schleudern. Dieser kam quer über alle drei Fahrstreifen und den Standstreifen zum Stillstand. Dabei verkeilte sich das Fahrzeug mit der Betonmittelschutzwand und musste durch ein Bergungsunternehmen von der Autobahn geschleppt werden. Bis ca. 11:30 Uhr blieb die Autobahn in diesem Streckenabschnitt voll gesperrt. Der Verkehr konnte über die Tank- und Rastanlage Harz/Ost abgeleitet werden.
Um 11:59 Uhr befuhr ein Sattelzug mutmaßlich mit nicht angepasster Geschwindigkeit das Autobahndreieck Salzgitter. Der Fahrzeugführer beabsichtigte, von der Autobahn 7 aus Hannover kommend in Richtung Wolfsburg auf die Autobahn 39 zu gelangen. Dabei geriet auch er in Schleudern und blockierte die Rampe in Richtung Wolfsburg vollständig, sodass es bis 13:30 Uhr auch hier zu einer Vollsperrung kam.
Ein Sattelzug befand sich zwischen Bockenem und dem Autobahndreieck Salzgitter auf dem Hauptfahrstreifen. Gegen 12:12 Uhr geriet dieser ins Schleudern und touchierte den Auflieger eines überholenden Sattelzuges. Dadurch riss eine Ladung (Getränke) aus und verteilte sich auf allen Fahrstreifen. Es kam wegen der Aufräumarbeiten bis 14:30 Uhr zu einer Vollsperrung. Ein weiterer Sattelzug zog sich Unfallschäden zu, als er über Trümmerteile fuhr, die auf der Fahrbahn lagen.
In Höhe der Autobahnanschlussstelle Rhüden/Harz in Richtung Hannover kam es gegen 16:40 Uhr zu einem folgenschweren Verkehrsunfall mit mehreren Fahrzeugen, darunter auch Sattelzüge. Insgesamt befanden sich zwölf Personen in den Fahrzeugen. Von ihnen wurden drei schwer und sieben leicht verletzt. Es wurde ein Massenanfall von Verletzten klassifiziert, weshalb 26 Einsatzfahrzeuge der freiwilligen Feuerwehren aus dem Landkreis Goslar, Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeuge aus mehreren Landkreisen sowie mehrere Streifenwagen der Autobahnpolizei und umliegender Polizeidienststellen zur Unfallstelle eilten. Die Verletzten wurden nach einer ersten Versorgung in umliegende Krankenhäuser gebracht. Der genaue Unfallhergang ist Gegenstand weiterer Ermittlungen. Die Polizei hat in diesem Zusammenhang mehrere Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet.
Von 16:45 Uhr bis 23:00 Uhr blieb die Autobahn 7 zwischen Seesen und Bockenem bis zur Bergung aller Fahrzeuge und der Reinigung der Fahrbahn voll gesperrt.
Gegen 17:00 Uhr kam es auf der Autobahn 7 zwischen Bockenem und Rhüden/Harz zu einem weiteren Verkehrsunfall mit drei beteiligten Sattelzügen. Ein Fahrzeugführer geriet ins Schleudern und kam quer zu den Fahrstreifen zum Stehen. Zwei weitere Sattelzüge konnten nicht mehr rechtzeitig verzögern, wodurch es zum Zusammenstoß zwischen zwei Sattelzügen kam. Ein Sattelzug musste aufwendig von einem Bergungsunternehmen geborgen werden. Die Autobahn 7 blieb dadurch bis 22:30 Uhr in Richtung Kassel voll gesperrt.
Um 18:20 Uhr wurde durch das anrückende Bergungsunternehmen der zuvor genannte Verkehrsunfall gemeldet, zudem soll ein Pkw eine regungslose, männliche Person enthalten haben. Die Situation deutet auf einen Kreislauf- und Atemstillstand hin; Reanimationsversuche blieben erfolglos und der Tod wurde festgestellt. Es ist von einem plötzlichen Krankheitsfall auszugehen.
Zur Bewältigung der Einsatzlage hat die Autobahnpolizei Hildesheim im Laufe des 09.01.26 weitere Kräfte in den Dienst versetzt, sodass sich alle verfügbaren Einsatzmittel im Dienst befanden. Weiterhin wurden die Beamtinnen und Beamten durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des THW OV Hildesheim tatkräftig unterstützt. Ihnen und den anderen ehrenamtlichen Einsatzkräften, insbesondere den Freiwilligen Feuerwehren, wird ausdrücklich für die stets vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit gedankt.
Neben den hier auszugsweise geschilderten Ereignissen kam es zu keinen weiteren Personenschäden. Im Laufe aller Vollsperrungen kam es zu massiven Verkehrsbehinderungen auf der Autobahn 7 und den Umleitungsstrecken.