Bundespolizei München: Mehrere Einsätze im Bahnbereich

Zu mehreren Einsätzen wurde die Bundespolizei gerufen: U.a. befand sich am Leuchtenbergring im Münchner Osten ein Mann in den Gleisen, weswegen eine S-Bahn eine Schnellbremsung einleiten musste.

Am Freitag und Samstag (9. und 10. Januar) wurden die Einsatzkräfte der Bundespolizei zu mehreren Vorfällen im Bahnnetz gerufen.

Ismaning – Am S-Bahnhaltepunkt Ismaning nutzte ein 16-jähriger Mann aus der Ukraine kurz nach Mitternacht Nothilfeeinrichtungen. Als die Polizeibeamten ihn festnahmen, leistete er Widerstand, der mit Hilfe eines Reizstoffsprühgeräts gebrochen werden musste. Die Ermittlungen der Bundespolizei ergaben zudem, dass der Jugendliche zuvor einen Feuerlöscher entnommen und Löschschaum am Bahnsteig versprüht hatte. Weiterhin hatte er grundlos einen Handfeuermelder betätigt, der einen Feuerwehreinsatz auslöste. Da er psychisch auffällig war, wurde er von der Landespolizei psychologisch betreut. Die Bundespolizei ermittelt wegen Missbrauchs von Nothilfeeinrichtungen.

Leuchtenbergring – Gegen 09:00 Uhr befand sich ein 42-jähriger Syrer am S-Bahnhaltepunkt Leuchtenbergring im Gleisbereich. Ein Triebfahrzeugführer einer S-Bahn musste eine Schnellbremsung einleiten, um eine Kollision zu vermeiden. Der Mann wurde in den Führerstand genommen und gemeinsam mit dem Zug bis zum Münchner Ostbahnhof begleitet, wo ihn eine Streife der Bundespolizei übernahm. In der S-Bahn befanden sich 300 bis 400 Reisende; niemand wurde verletzt. Gegen den 42-Jährigen wird wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt.

Karlsplatz (Stachus) – Gegen 19:00 Uhr kam es am S-Bahnhaltepunkt Karlsplatz zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen vier Männern. Ein 33-jähriger Ukrainer zeigte dem 52-jährigen deutschen Reiniger der Deutschen Bahn den Mittelfinger und griff ihn an. Der Reiniger wehrte sich mit Faustschlägen, woraufhin zwei unbekannte Männer dazwischengingen. Der Ukrainer griff daraufhin den Reiniger erneut an, nachdem dieser sich gewehrt hatte, und trat schließlich zu Boden. Ein weiterer Unbekannter bewarf den Ukrainer mit einer Plastikflasche. Die Täter flüchteten. Der Ukrainer, der 1,44 Promille hatte, zog sich eine Nasenverletzung zu; der Reiniger erlitt eine Schläfe- und Handverletzung sowie Prellungen. Der Ukrainer war bereits mehrfach polizeilich wegen Gewalt- und Eigentumsdelikten aktenkundig; er wird wegen gefährlicher Körperverletzung dem Haftrichter vorgeführt. Die drei weiteren Beteiligten werden wegen wechselseitiger Körperverletzung strafrechtlich verfolgt.

Rangierbahnhof Nord – Am Samstagnachmittag meldete ein Mitarbeiter der Lokomotion gegen 15:15 Uhr mehrere auf Güterwagen stehende LKW-Auflieger mit aufgeschlitzten Planen. Der Güterzug kam aus Neuss und befand sich auf dem Weg Richtung Italien. Ermittlungen ergaben, dass drei Planen aufgeschlitzt und zwei Güterwaggons geöffnet worden waren. In verpackten Kartonagen wurden Waren durchgesehen; von Interesse waren vor allem Kabelrollen. Insgesamt entstand ein geringer Stehlschaden von geschätzt 500 bis 700 Euro. Die Bundespolizei ermittelt wegen eines besonders schweren Falls des Diebstahls und Sachbeschädigung. Der Ort der Feststellungen war nicht der Tatort, weshalb auch Unterwegshalte des Güterzuges in den Fokus rücken. Das Vorgehen erinnert an ähnliche bundesweite Fälle.