Niedersachsen-Immomarkt 2026: Verlangsamter Boom, aber die Mieten ziehen weiter an

Ein Markt in zwei Geschwindigkeiten

Nach Jahren starker Preissteigerungen kehrt am niedersächsischen Immobilienmarkt allmählich mehr Ruhe ein – allerdings vor allem bei den Kaufpreisen, während die Mieten in vielen Regionen weiter spürbar steigen. Im landesweiten Durchschnitt legten die Wohnungsmieten zuletzt nur noch moderat zu, doch hinter dieser Zahl verbergen sich deutliche Unterschiede zwischen Großstädten, Speckgürteln und ländlichen Räumen. Für die kommenden zwölf Monate deutet vieles darauf hin, dass sich der Markt in zwei Geschwindigkeiten teilt: eine Seitwärts- bis leichte Aufwärtsbewegung bei Kaufpreisen und ein weiterhin merklicher Mietanstieg insbesondere dort, wo bislang günstig gewohnt wurde.immowelt+3

Mieten: Weniger Tempo – aber kein Stillstand

Die aktuellen Mietspiegeldaten zeigen: In Niedersachsen liegen die Mieten derzeit je nach Quelle zwischen gut 8 und gut 9 Euro pro Quadratmeter im landesweiten Schnitt, der Anstieg hat sich aber gegenüber den Vorjahren klar verlangsamt. Während die Durchschnittsmiete 2024/2025 noch um mehr als 3 Prozent pro Jahr anzog, liegt das Plus im jüngsten Jahr laut verschiedenen Auswertungen nur noch bei rund einem halben bis knapp fünf Prozent – ein Zeichen dafür, dass die Zinswende und eine nachlassende Kaufdynamik auch den Mietmarkt etwas bremsen. Für die nächsten zwölf Monate spricht vieles für ein ähnliches Bild: leichte Mietsteigerungen auf Landesebene, aber ohne den extremen Druck der vergangenen Jahre.immobilienscout24+1

Landkreise holen auf – Mieten auf dem Land ziehen an

Anders sieht es in vielen ländlichen Regionen aus, die lange als preiswerte Rückzugsräume galten. Daten des NDR zeigen, dass Landkreise wie Nienburg (Weser) oder Lüchow-Dannenberg in den vergangenen Jahren teils zweistellige Mietanstiege verzeichnet haben, ausgehend von einem niedrigen Niveau. In Nienburg kletterte die durchschnittliche Nettokaltmiete innerhalb eines Jahres um über 30 Prozent, in Lüchow-Dannenberg um mehr als 25 Prozent – Entwicklungen, die darauf hindeuten, dass der Nachholeffekt außerhalb der großen Zentren noch nicht abgeschlossen ist. Auch Landesgrundstücksmarktdaten bestätigen, dass Kaufpreise zuletzt eher in Großstädten sanken, während einige ländliche Kreise zweistellige Zuwächse bei den Eigenheimpreisen meldeten. Für das kommende Jahr ist daher zu erwarten, dass die Mieten auf dem Land weiter stärker zulegen als in etablierten Hochpreisregionen, wenn auch wohl nicht mehr im Tempo der vergangenen Extremjahre.ndr+2

Großstädte und Regionen: Stabilisierung statt Preisrallye

In den Großstädten und Ballungsräumen – von Hannover über Braunschweig und Osnabrück bis Wolfsburg – hat sich der jahrelange Aufwärtstrend bei den Kaufpreisen spürbar abgeflacht. Landesweit liegen die Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen aktuell bei etwa 2.500 bis 2.750 Euro, für Häuser bei rund 2.300 bis 2.750 Euro, mit nur noch einstelligen prozentualen Zuwächsen im Jahresvergleich. In der Region Hannover etwa zeigten die jüngsten Auswertungen für 2025 noch moderate Preissteigerungen von rund 4 bis 8 Prozent je nach Objektart, was auf eine stabile, aber nicht überhitzte Marktlage hindeutet. Für die nächsten zwölf Monate ist hier eher mit einer Seitwärtsbewegung oder leicht positiven Entwicklung zu rechnen: Die Nachfrage bleibt hoch, aber höhere Finanzierungskosten und die gestiegene Lebenshaltung bremsen weitere Preissprünge.niedersachsen+3

Deutliche regionale Unterschiede innerhalb Niedersachsens

Regional zeigen sich deutliche Unterschiede: In wirtschaftlich starken Zentren mit Hochschulen und Industrie – etwa Hannover, Braunschweig, Göttingen oder Osnabrück – dürfte die Nachfrage nach gut angebundenen Lagen und energieeffizienten Wohnungen stabil bleiben, während einfache Bestände in Randlagen stärker unter dem Spagat aus hohen Zinsen und höheren energetischen Anforderungen leiden. In Teilen der Peripherie dagegen, etwa in Landkreisen mit stark angezogenen Mieten und zweistelligen Kaufpreissprüngen, ist kurz- bis mittelfristig eine Konsolidierung wahrscheinlicher: Hier könnten Preissteigerungen im Bestand deutlich nachlassen, während einzelne gut ausgestattete Objekte weiter gesucht bleiben.gag.niedersachsen+3

Ausblick: Differenzierter Markt, begrenzter Spielraum

Insgesamt spricht die Datenlage dafür, dass Niedersachsen in den kommenden zwölf Monaten keinen flächendeckenden Preisschock erlebt, sondern eine Phase der Differenzierung: stabile bis leicht steigende Kaufpreise im Durchschnitt, teils weiter kräftige Mietanstiege in nachholenden Regionen und eine Entspannung der Dynamik in den etablierten Hotspots. Für Mieterinnen und Mieter bedeutet das: Die Lage bleibt angespannt, vor allem außerhalb der Großstädte, die lange als Geheimtipp galten. Käufer hingegen finden in einigen urbanen Märkten erstmals seit Jahren wieder etwas mehr Verhandlungsspielraum, ohne dass der Markt insgesamt kippt – vorausgesetzt, Lage und Energieeffizienz stimmen.immoverkauf24+5

Quellen und weiterführende Links (Auswahl):
– Aktuelle Mietpreise Niedersachsen, immowelt.de[immowelt]​
– Mietspiegel und Trends Niedersachsen, ImmoScout24[immobilienscout24]​
– Immobilienpreise Niedersachsen und Prognose, immoverkauf24[immoverkauf24]​
– Immobilienpreise Niedersachsen, Engel & Völkers[engelvoelkers]​
– Landesgrundstücksmarktdaten Niedersachsen 2026, Gutachterausschüsse/Land Niedersachsenniedersachsen+1
– Bericht „Wohnen in Niedersachsen wird teurer – auch auf dem Land“, NDR Niedersachsen[ndr]​
– Auswertung Immobilienmarkt Region Hannover 2026, Post Immobilien[post-immobilie]​