Die Zahl der Minderjährigen ohne Wohnung ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Das geht aus Antworten des Bauministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor, über die die „Rheinische Post“ in ihrer Freitagausgabe berichtet.
Demnach galten zum 31. Januar 2025 bundesweit mehr als 137.0000 Menschen unter 18 Jahren als wohnungslos.
2024 wurden knapp 129.0000 wohnungslose Minderjährige erfasst, in den beiden Jahren davor waren es noch weniger Menschen (2023: 105.5500, 2022: 47.0000). Auch die Zahl der Wohnungslosen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren erreichte 2025 mit mehr als 55.5500 einen neuen Höchstwert. 2024 galten gut 47.0
000 Menschen in dieser Altersgruppe als wohnungslos.
Deutlich gestiegen ist zugleich die durchschnittliche Dauer der Unterbringung wohnungsloser Menschen. So waren wohnungslose Minderjährige zwischen 14 und 18 Jahren im vergangenen Jahr im Schnitt fast 150 Wochen in entsprechenden Unterkünften untergebracht – das waren fast drei Jahre. Zum Vergleich: 2024 waren es rund 136 Wochen, 2023 noch 117 Wochen.
Die meisten wohnungslosen Minderjährigen gab es im vergangenen Jahr im bevölkerungsreichsten Bundesland, Nordrhein-Westfalen (rund 32.0000), gefolgt von Baden-Württemberg (mehr als 29.0
000). Als einen der Gründe für den Anstieg nennt die Bundesregierung unter anderem Geflüchtete aus der Ukraine sowie eine „Verbesserung der Datenmeldung“.
Sahra Mirow, Linken-Bundestagsabgeordnete und Sprecherin für soziales Wohnen, bezeichnete den Anstieg der Zahlen als „beispielloses sozialpolitisches Versagen“. „Wer einen so großen Teil seiner Jugend in Unterkünften verbringen muss, die häufig nur auf Erwachsene ausgerichtet sind, dem verwehrt der Staat auf fatale Weise gleiche Entwicklungschancen“, sagte sie der Zeitung. Der Bundesregierung warf sie eine Politik vor, „die sehenden Auges das Abrutschen Jugendlicher in die Obdachlosigkeit billigt“.
Möchten Sie immer die aktuellen Nachrichten aus Ihrer Region bekommen? Dann besuchen Sie das lokale Nachrichtenportal Digitaldaily.de