Ex-US-General bezweifelt militärischen Schutz der Straße von Hormus

via dts Nachrichtenagentur

Der frühere US-Luftwaffengeneral und Iran-Stratege S. Clinton Hinote hält es für fast ausgeschlossen, dass die US-Marine die Straße von Hormus gegen iranische Attacken auf Tankschiffe sichern kann.

„Die Blockade der Straße von Hormus ist ein Problem, das man allein mit militärischen Mitteln kaum lösen kann“, sagte Hinote dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“. Die Eskorten der US-Marine würden zwar einen sehr großen Teil der Angriffe auf ihre eigenen Schiffe und auf die Tanker abwehren. Aber er habe Zweifel, dass ein hundertprozentiger Schutz gewährleistet werden könne.

Der Drei-Sterne-General entwickelte Mitte der Nullerjahre unter US-Präsident George W. Bush Szenarien für einen möglichen Krieg gegen Iran. Jede militärische Option zur Sicherung der Straße von Hormus sei mit Risiken verbunden, die sich kaum ausschalten ließen.

„Was passiert, wenn eine Drohne durchkommt und ein Supertanker mitten in der Straße von Hormus brennt?“, fragte Hinote. Bei der Verteidigung eines Konvois müsse man zu 100 Prozent erfolgreich sein. Solange die Passage nicht absolut sicher sei, werde kein Schiffseigner seine Besatzung dieser Gefahr aussetzen.

Als „hochriskant“ bezeichnete Hinote die Option, das iranische Ufer der Straße von Hormus zu erobern. Dafür brauche man eine große Bodenoperation, die hochkomplex wäre. Auf der iranischen Seite liege unter anderem die Stadt Bandar Abbas mit rund 700.000 Einwohnern. Man wisse nicht, wie die lokale Bevölkerung auf amerikanische Soldaten reagieren würde.

Dennoch gebe es einen Weg, den sicheren Schiffsverkehr durch die Meerenge herzustellen: „Man muss versuchen, das iranische Regime davon zu überzeugen, dass es eine schlechte Idee ist, die Straße von Hormus weiter zu blockieren.“ Dies versuche US-Präsident Donald Trump offenbar, indem er drohe, die Ölterminals der für Irans Ölexport wichtigen Insel Charg zu bombardieren. Allerdings zeigte sich Hinote skeptisch, dass Trump mit dieser Drohung die Machthaber in Teheran umstimmen wird.