Studie: Viele häuslich Gepflegte erhalten keine zustehende Sozialhilfe

via dts Nachrichtenagentur

Von 4,9 Millionen zu Hause gepflegten Menschen in Deutschland hatten 2023 schätzungsweise 390.000 Armutsbetroffene einen Anspruch auf „Hilfe zur Pflege“, erhielten diese aber größtenteils nicht. Das ergab eine Studie im Auftrag des Paritätischen Gesamtverbands.

Nur rund 76.000 Menschen, knapp ein Fünftel aller Berechtigten, erhielten tatsächlich die Sozialhilfe-Leistung. Bei Pflegebedürftigen in Heimen springt dagegen meist die Sozialhilfe ein, wenn das Geld für die hohen Eigenanteile nicht ausreicht.

Die Unterstützung hängt stark vom Wohnort ab: Im Saarland liegt der Anteil mit rund einem Zehntel am niedrigsten, in Sachsen-Anhalt bei etwas mehr als einem Fünftel. In Hamburg bezieht rund jede dritte berechtigte Person die Sozialhilfe.

„Derzeit entscheidet die Postleitzahl darüber, wie gut Pflegebedürftige zu Hause unterstützt werden“, sagte Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands.

Die Berechnungen basieren auf der Pflegestatistik sowie Daten zur Grundsicherung im Alter, sind aber mit großen Unsicherheiten behaftet. Über häusliche Pflege existieren nur wenige belastbare amtliche Statistiken, besonders wenn sie durch Angehörige erfolgt.

In Berlin und Hamburg werden 45 beziehungsweise 42 Prozent aller Pflegebedürftigen mit Sozialhilfe zu Hause gepflegt. In allen anderen Bundesländern liegt dieser Anteil zwischen 9 und 23 Prozent.