Im vergangenen Jahr sind in Deutschland mindestens 6125 Häftlinge vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden. Das geht aus einer Umfrage der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ unter den Justizministerien der Länder hervor.
Unter den Ländern, die entsprechende Daten erheben, verzeichnete Baden-Württemberg mit 2061 Gefangenen die meisten vorzeitigen Entlassungen. Mit deutlichem Abstand folgt Niedersachsen mit 896 vorzeitigen Freilassungen. In Hessen lag die Zahl bei 814.
Rheinland-Pfalz entließ 485 Menschen vor dem ursprünglich angeordneten Ende ihrer Haft, das Saarland 361 – etwas mehr als Hamburg mit 346 vorzeitigen Entlassungen. Es folgen Berlin (326), Sachsen (280), Brandenburg (202), Sachsen-Anhalt (137) und Thüringen (129). Die wenigsten vorzeitigen Entlassungen wurden in Bremen registriert (88).
Bayern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein erheben zu vorzeitigen Entlassungen keine Daten.
Bei den Anteilen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Im Saarland lag der Anteil der vorzeitigen Gefängnisaustritte an allen Freilassungen bei rund 45 Prozent. In Hessen und Baden-Württemberg betrug er jeweils etwa 30 Prozent, in Niedersachsen knapp 20 Prozent. Deutlich niedriger fiel die Quote in Sachsen mit rund zwölf Prozent und Thüringen mit etwa acht Prozent aus.