IOC verlangt von Frauen künftig Gen-Tests

via dts Nachrichtenagentur

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verlangt von Frauen künftig DNA-Tests. Das teilte die Organisation am Donnerstag mit.

Nur Sportlerinnen, bei denen kein Y-Chromosom gefunden werden kann, dürfen künftig an Wettkämpfen in der Frauenklasse teilnehmen. Eine Ausnahme gilt für Menschen, bei denen sogenannte „Störungen der Geschlechtsentwicklung“ diagnostiziert wurden, also beispielsweise der Körper nicht auf Testosteron reagiert („Androgeninsensitivitätssyndrom“).

IOC-Präsidentin Kirsty Coventry argumentierte, es liege auf der Hand, dass es „nicht fair wäre, wenn biologische Männer in der Frauenklasse antreten würden“.

Außerdem wäre dies ihrer Ansicht nach „in manchen Sportarten schlichtweg nicht sicher“.

Seit den 1940ern wird über Geschlechtertests im Sport diskutiert. 1966 mussten etwa bei der Leichtathletik-Europameisterschaft Frauen sich vor einem Ärztegremium nackt ausziehen und ihre Genitalien abtasten lassen. Ab 1967 wurde eine neue Regelung des IOC eingeführt, nach der mit einem Abstrich der Mundschleimhaut geprüft wurde, welche Chromosomen eine Person hat.

Im selben Jahr wurde deshalb die polnische Leichtathletin und Olympiasiegerin Ewa Klobukowska in der Frauenklasse gesperrt, die im Folgejahr einen Sohn zur Welt brachte.

In den 1990ern wurden vom System der Abstriche in der Mundschleimhaut umgestellt auf DNA-Tests bei sogenannten Verdachtsfällen. Transgeschlechtlichen Menschen wurden geschlechtsangleichende Operationen vorgeschrieben. Ab 2011 setzte der Leichtathletik-Dachverband IAFF auf Testosteron-Tests, da ein entsprechender genetischer „Bauplan“ nicht bei allen Menschen die körperliche Entwicklung bestimmt. Die Neuregelung hatte mitunter zur Folge, dass gesunde Frauen Hormonblocker nehmen mussten, um natürlich auftretende hohe Testosteronwerte zu reduzieren.


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