Erfolgreiche Soko Innenstadt Bielefeld: Kriminalität um über 20 Prozent gesunken

PHK Daniel Görmann

Die Sonderkommission (Soko) Innenstadt der Bielefelder Polizei hat ihre Ziele für 2025 erreicht und wird nun grundlegend umstrukturiert. Seit Oktober 2024 kämpft das Spezialeinsatzteam gegen die Drogenszene und Kriminalität in der Bielefelder Innenstadt – mit messbarem Erfolg.

„Unser Ziel, in der Bielefelder Innenstadt die Ausbreitung der Drogenszene zu reduzieren und Straftaten zu verringern, ist für 2025 durch unsere Maßnahmen, insbesondere die der Soko Innenstadt, erreicht“, erklärt der stellvertretende Polizeipräsident Wolfgang Niewald. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Gesamtzahl der Strafanzeigen sank um 22,45 Prozent, Gewaltkriminalität ging um 35 Prozent zurück und Straßenkriminalität reduzierte sich um 24,28 Prozent.

Besonders erfolgreich war die Bekämpfung der Cannabis-Händlerszene. Am Kesselbrink, an der Stresemannstraße und entlang der Herforder Straße bis zum Willy-Brand-Platz konnte die Drogenszene erheblich zurückgedrängt werden. Auch in den Bereichen, auf die sich die Polizei im Rahmen der Kooperationsvereinbarung mit der Stadt fokussiert hatte, gingen die Straftaten deutlich zurück: Am Jahnplatz um 30,04 Prozent, im Bereich der „Tüte“ um 4,35 Prozent und am Kesselbrink um 31,3 Prozent.

Trotz der Erfolge wird die Soko nicht aufgelöst, sondern weiterentwickelt. Ab dem 1. September 2026 werden die 13 Kolleginnen und Kollegen, die sich ausschließlich um die Sicherheit in der Bielefelder Innenstadt kümmern, in einer neuen organisatorischen Struktur arbeiten. Die uniformierten Kräfte werden in eine neue Einheit der Polizeiinspektion der Direktion Gefahrenabwehr/Einsatz integriert, die Ermittler in eine Ermittlungsgruppe des Kriminalkommissariats 22 der Direktion Kriminalität, das für Betäubungsmittelkriminalität zuständig ist.

Bereits jetzt gibt es einen Wechsel in der Leitung: Der bisherige Soko-Leiter, Erster Kriminalhauptkommissar Lars Lorenz, übernimmt die Leitung eines Kriminalkommissariats. Seine Nachfolge tritt eine Doppelspitze an: Polizeihauptkommissar Daniel Görmann leitet die operative Einheit, Kriminalhauptkommissar Michael Samaan das Ermittlerteam.

Görmann, der aktuell eine Führungsfunktion in der Bereitschaftspolizei/Hundertschaft innehat, bringt langjährige Erfahrungen aus verschiedenen operativen Einheiten mit. Samaan arbeitet im Kriminalkommissariat 22 und verfügt über Expertise im Bereich Rauschgift- und Waffendelikte. „Die Soko hat in der Innenstadt eine Menge bewegt. Diese gute Arbeit möchten wir fortsetzen und auf aktuelle Gegebenheiten anpassen“, erklären beide zur neuen Aufgabe. „Die Menschen werden uns in Bielefeld weiterhin auf der Straße wahrnehmen. Den Szeneangehörigen und insbesondere den Kriminellen werden wir auf den Füßen stehen.“

Das Erfolgsrezept der Soko – die enge Zusammenarbeit zwischen operativen Kräften und Ermittlern, das Bündeln von Zuständigkeiten und Erfahrungswissen sowie der direkte Austausch mit Staatsanwaltschaft und städtischen Ämtern – wird auch nach dem 1. September fortgesetzt. „Damit wird die Aufgabe nachhaltig organisatorisch verankert und nicht mehr ’nur‘ einer befristet angelegten Soko zugeordnet“, betont Niewald. Ordnungsrechtliche und strafprozessuale Maßnahmen sowie der konsequente Kontrolldruck führten bereits zu einer spürbaren Abwanderung von Szeneangehörigen.