Leitender Kriminaldirektor Jürgen Dekker nach 40 Jahren Polizeidienst in Münster verabschiedet

Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf, Martin Fischer (Direktionsleiter Gefahrenabwehr/Einsatz) und Volker Wittenbreder (Direktionsleiter Verkehr) nehmen Abschied von Jürgen Dekker (links im Bild) Bild mit dieser Veröffentlichung honorarfrei.

Nach über 40 Jahren im Polizeidienst ist Jürgen Dekker, stellvertretender Polizeipräsident und Leiter der Direktion Kriminalität der Polizei Münster, am Freitag, 27. März, in den Ruhestand verabschiedet worden. In einer feierlichen Zeremonie würdigten Kollegen, Familie und Vertreter aus Stadtgesellschaft und Justizbehörden die langjährige Arbeit des erfahrenen Kriminalisten.

„Die Kriminalpolizei des Landes Nordrhein-Westfalen verliert mit Jürgen Dekker einen ausgewiesenen Kripo-Fachmann und Einsatzleiter in großen Lagen mit hoher fachlicher Kompetenz, enorm hohem Engagement und Herzblut für seine Kriminalpolizei“, erklärte Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf in ihrer Festrede. Als Direktionsleiter und stellvertretender Polizeipräsident sei Dekker ihr stets ein verlässlicher Berater und wertvoller Unterstützer gewesen.

Zu den besonderen Höhepunkten der emotionalen Verabschiedung zählten die persönliche Würdigung durch Polizeipräsidentin Dorndorf sowie eine per Video übermittelte Dankesbotschaft von Innenminister Herbert Reul. Auch der ehemalige Oberbürgermeister Markus Lewe ließ es sich trotz seines eigenen Geburtstages nicht nehmen, persönlich zu erscheinen und seinen Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit zu überbringen. Die Übergabe der Ruhestandsurkunde übernahm Landeskriminaldirektor Peter Mosch.

Dekker selbst zog ein positives Fazit seiner Zeit als „Chef der Kripo“: „Wir haben viel bewegt in meiner Zeit“, betonte er sichtlich gerührt. „Bei der Polizei Münster steht der Teamgedanke im Vordergrund. Über Direktionsgrenzen hinweg haben wir gemeinsam viele Ziele erreicht.“ Besonders lobte er die Zusammenarbeit zwischen Staatsanwaltschaft, Stadt und Polizei. „Das ist keine Selbstverständlichkeit“, hob Dekker hervor.

Als konkrete Erfolge seiner Amtszeit nannte Dekker das Haus des Jugendrechts, das im Kampf gegen Jugendkriminalität durch das Zusammenspiel aller Kräfte große Fortschritte gebracht habe. Zudem verwies er auf das Projekt Periskop zur Früherkennung von Personen mit psychischen Auffälligkeiten, die risikoträchtig sind, schwere Straftaten zu begehen. „Das sind Bausteine in der Sicherheitsarchitektur, die einen großen Beitrag für mehr Sicherheit leisten“, erläuterte der scheidende Kriminaldirektor.

Polizeipräsidentin Dorndorf würdigte Dekkers vielfältige Verdienste: „Wir verlieren einen versierten Polizeiexperten mit viel Kompetenz und Erfahrung.“ Er habe mit seinem Team die Direktion Kriminalität neu organisiert, die Kriminalinspektion Cybercrime personell sehr gut aufgestellt, einen Cybercrime-Kongress zwischen Polizei und Wirtschaft ins Leben gerufen und etabliert sowie die Aufklärungsquote zu einem historischen Höchststand entwickelt.

Seit Juli 2021 leitete Dekker die Kriminalpolizei Münster, seit April 2024 fungierte er zusätzlich als ständiger Vertreter der Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf. Seine Polizeilaufbahn begann 1985 in Bochum, wo er nach der Ausbildung zunächst in der Einsatzhundertschaft und später im Einzeldienst in Köln tätig war. Von 1990 bis 1993 absolvierte er das Fachhochschulstudium.

Bis 2000 durchlief Dekker vielfältige Stationen der Kriminalpolizei in Recklinghausen, von Kommissariaten für Kraftfahrzeug- und Betäubungsmitteldelikten über Korruption und Wohnungseinbruch bis hin zu Raubdelikten und Organisierter Kriminalität. 2002 stieg er vom gehobenen in den höheren Dienst auf und beendete sein Studium an der heutigen Deutschen Hochschule der Polizei.

Seine Laufbahn im höheren Dienst begann als Leiter der Direktion Kriminalität in Warendorf. Es folgten Tätigkeiten als Organisationsberater beim heutigen Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP), als Kriminalinspektionsleiter in Recklinghausen und Duisburg sowie als Dezernatsleiter für die kriminalpolizeiliche Fortbildung beim LAFP.

In seiner Laufbahn begleitete Dekker über 400 Mordkommissionen und war unter anderem im Missbrauchskomplex von Lügde aktiv. Zudem trug er Verantwortung für die Ermittlungskommission Rose, die unter seiner Direktionsleitung weitergeführt wurde. Seine Fachkenntnisse gibt der Leitende Kriminaldirektor seit über 20 Jahren auch als Dozent an junge Studierende der Polizei NRW an der Hochschule für Polizei und Verwaltung in Gelsenkirchen und Münster weiter. In seiner Zeit bei der Polizei Recklinghausen erhielt Dekker den Landespreis für Innere Sicherheit für das dortige Antigewaltprojekt.