Das Ehegattensplitting kostet den deutschen Staat nach aktuellen Berechnungen rund 25 Milliarden Euro pro Jahr. Dies geht aus einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für das „Handelsblatt“ hervor. Der weitaus größte Teil dieser Steuerersparnis kommt Ehepaaren mit Kindern zugute – konkret gut 90 Prozent der Gesamtsumme.
Bei der Verteilung der Splittingvorteile zeigt sich eine klare Struktur: Knapp zwei Drittel der 25 Milliarden Euro fließen an Eltern mit „steuerlich zu berücksichtigenden Kindern“, also Minderjährigen und Kindern in der Ausbildung. Der verbleibende Anteil entfällt auf Eltern mit erwachsenen Kindern, deren Ausbildung bereits beendet ist. Lediglich neun Prozent der Gesamtsumme – das sind gut 2,2 Milliarden Euro – kommen Ehepaaren ohne Kinder zugute.
Innerhalb der Familien mit Kindern offenbart die IW-Rechnung eine bemerkenswerte Verteilung: 63 Prozent des Splittingvorteils gehen an die große Gruppe der 11,3 Millionen Familien, in denen beide Ehepartner ein Erwerbseinkommen beziehen. Die restlichen 37 Prozent – und damit überproportional viel – fließen an die deutlich kleinere Gruppe der 2,2 Millionen Haushalte, in denen nur ein Ehepartner Gehalt bezieht.
„Eine Reform des Ehegattensplittings würde auf jeden Fall vor allem Alleinverdiener-Familien treffen“, erläutert der IW-Steuerexperte Tobias Hentze die Bedeutung dieser Zahlen. Die Berechnungen verdeutlichen damit, welche Haushaltstypen bei einer möglichen Reform des seit Jahrzehnten bestehenden Steuersystems am stärksten betroffen wären.