Bei einer Verkehrskontrolle auf der A67 bei Pfungstadt ist ein Volkswagen mit 47 erheblichen technischen Mängeln aus dem Verkehr gezogen worden – obwohl das Fahrzeug wenige Stunden zuvor eine neue Hauptuntersuchung ohne Beanstandungen erhalten hatte. Der Fall ereignete sich bereits am 20. März.
Eine Streife der Verkehrsinspektion des Polizeipräsidiums Südhessen kontrollierte den technisch desolat wirkenden VW. Der 50 Jahre alte Fahrer gab gegenüber den Beamten sofort an, die Hauptuntersuchung „ganz neu“ zu haben. Die Ermittlungen bestätigten tatsächlich, dass der Wagen wenige Stunden zuvor eine neue Hauptuntersuchung „ohne Mängel“ erhalten hatte.
Den Polizisten kam dies bereits bei der ersten Begutachtung seltsam vor, da sie mehrere erhebliche Mängel entdeckten. So leuchteten beispielsweise die ABS/ESP-Warnleuchten im Display auf und die Fahrertür ließ sich nicht öffnen. Daraufhin wurde der VW einem Sachverständigen zur amtlichen Begutachtung vorgestellt.
Die Begutachtung ergab ein erschreckendes Ergebnis: Insgesamt 47 Mängel wurden festgestellt und das Auto als „verkehrsunsicher“ eingestuft. Drei von vier Federn waren gebrochen, beide Schweller nahezu komplett durchgerostet und Längsträger unsachgemäß repariert oder durchgerostet. Mehrere Bremsleitungen waren korrodiert, die Auspuffanlage undicht und ein erheblicher Ölverlust des Motors offensichtlich. Die ABS/ESP-Systeme waren ohne jegliche Funktion.
Die Polizei untersagte die Weiterfahrt und zog sowohl die Kennzeichen als auch die Zulassungsbescheinigung des VW ein. Gegen den Prüfer der Prüforganisation wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Falschbeurkundung im Amt eingeleitet.