Nach einem Diebstahl in einer Pflegeeinrichtung in Varel warnt die örtliche Polizei vor gezielten Eigentumsdelikten in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Bei dem Vorfall wurden Bargeld und eine Bankkarte samt PIN gestohlen, die später für zwei Abbuchungen missbraucht wurde.
Eugen Schnettler, Präventionsbeauftragter der Polizei Varel, erklärt das Problem: „Menschen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen werden immer wieder Opfer von Eigentumsdelikten. Die Diebe nutzen dabei gezielt Tatgelegenheiten, die sich in derartigen Einrichtungen bieten.“ Besonders problematisch sei, dass sich Patienten und Besucher in diesen Einrichtungen weitestgehend unkontrolliert bewegen können.
Die Polizei rät daher zu konkreten Schutzmaßnahmen: Patienten sollten keine größeren Geldbeträge oder wertvollen Schmuck mit ins Krankenhaus oder Pflegeheim nehmen. Wertgegenstände und Bargeld gehören immer ins Aufbewahrungsfach oder in die Verwaltung. Besonders wichtig: Die vierstellige PIN von Scheckkarten, Kreditkarten sowie Mobiltelefonen niemals notieren, sondern auswendig lernen.
Auch bei kurzfristiger Abwesenheit sollten Patienten immer die Zimmertür schließen, da leerstehende Zimmer Diebe anlocken. Schnettler empfiehlt außerdem, auf abgestellte Handtaschen oder abgelegte Garderobe von Mitpatienten und Besuchern zu achten. Fremde Personen im Patientenzimmer sollten angesprochen und das Pflegepersonal informiert werden.
Bei einem Diebstahl rät die Polizei zur sofortigen Meldung beim Pflegepersonal und zur Erstattung einer Anzeige. Entwendete Debitkarten, Kreditkarten und Mobilfunkkarten sollten umgehend unter der Sperr-Notrufnummer 116 116 gesperrt werden. Diese Nummer ist rund um die Uhr gebührenfrei erreichbar.
Das Problem entstehe auch durch die Arbeitsweise in medizinischen Einrichtungen: Die Aufmerksamkeit von Ärzten und Pflegepersonal richte sich in erster Linie auf Versorgung und Pflege. Diebe nutzen diesen Umstand und verschaffen sich unberechtigt Zugang zu den Zimmern, besonders während Behandlungs- und Abwesenheitszeiten der Bewohner.