Wathlingen: Polizei startet Dialogprojekt „AnsprechBar“ für Jugendliche

(Symbolbild)

Die Polizei Wathlingen führt ab dem kommenden Monat ein neues Projekt namens „AnsprechBar“ ein, um gezielt den Dialog mit jungen Menschen zu fördern. Das innovative Format schafft niedrigschwellige Gesprächsangebote und stärkt die Präsenz der Beamten im öffentlichen Raum.

Initiator des Projekts ist Thorsten Klein, Kriminaloberkommissar bei der Polizei Wathlingen, der als zentraler Ansprechpartner für die Jugendlichen fungiert. Das Konzept entstand aus der Beobachtung heraus, dass Jugendliche und Heranwachsende zunehmend mit polizeilichen Maßnahmen in Berührung kommen – häufig im Zusammenhang mit kleineren Delikten, Konflikten im öffentlichen Raum oder gruppendynamischen Situationen. Gleichzeitig bestehen bei vielen jungen Menschen Unsicherheiten über ihre eigenen Rechte und Pflichten sowie über das Handeln der Polizei. Bislang nehmen viele die Polizei vor allem als Kontrollinstanz wahr.

Die „AnsprechBar“ bietet regelmäßige Termine an bekannten Treffpunkten wie Schulhöfen, Jugendzentren oder öffentlichen Plätzen an. Dabei steht nicht die Kontrolle im Mittelpunkt, sondern der offene Austausch. Polizistinnen und Polizisten stehen als direkte Ansprechpartner zur Verfügung, hören zu, erklären und vermitteln – auf Augenhöhe, ohne konkreten Anlass und ohne erhobenen Zeigefinger. „Wir wollen für die Jugendlichen ansprechbar sein, bevor Situationen eskalieren“, erklärt Thorsten Klein. „Dialog statt Distanz ist der Schlüssel.“

Das Projekt setzt auch auf eine enge Zusammenarbeit mit den in der Samtgemeinde ansässigen Schulen, der Jugendhilfe und den kommunalen Einrichtungen. Gemeinsame Aktionen und bestehende Präventionsangebote sollen sinnvoll verknüpft werden. Die „AnsprechBar“ richtet sich primär an Kinder, Jugendliche und Heranwachsende im Alter von etwa 10 bis 21 Jahren, steht aber auch Eltern, Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften offen.

Das Projekt startet zunächst in einer sechsmonatigen Pilotphase in der Samtgemeinde Wathlingen. Bereits nach drei Monaten erfolgt eine erste Auswertung, um Resonanz, Beteiligung und mögliche Auswirkungen auf das Konfliktgeschehen zu bewerten. Bei positiver Entwicklung ist eine dauerhafte Etablierung geplant. Die Termine und Standorte werden regelmäßig über soziale Medien, an den Schulen, über den WhatsApp-Kanal der Polizei Celle und in den lokalen Medien bekannt gegeben.