Ein 42-jähriger bulgarischer Staatsangehöriger ist am Mittwochmorgen (1. April) in Düsseldorf festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, seit 2020 ein komplexes Betrugsnetzwerk mit Scheinfirmen aufgebaut zu haben, das einen Gesamtschaden von über fünf Millionen Euro verursachte.
Die Kriminalpolizei Köln vollstreckte zehn richterliche Durchsuchungsbeschlüsse im Großraum Düsseldorf sowie in Gelsenkirchen. Der Hauptbeschuldigte konnte an seiner Privatanschrift in Düsseldorf angetroffen und festgenommen werden. Das Verfahren führt die Staatsanwaltschaft Köln, Abteilung Wirtschaftskriminalität.
Der Bulgare soll unter Einbindung weiterer Tatbeteiligter als Strohmänner oder Kuriere ein Netzwerk sogenannter Scheinfirmen aufgebaut haben. Mit diesen erstellte oder nutzte er Scheinrechnungen, um Schwarzgeld zu generieren. Außerdem veranlasste er betrügerische Bestellungen von Leasingfahrzeugen, Baumaterialien, Metallen, Baumaschinen und -fahrzeugen sowie Elektronikartikeln.
Die auf diese Weise erlangten Waren verkauften die Täter anschließend in Deutschland an Dritte weiter oder brachten sie ins Ausland, um sie dort widerrechtlich weiterzuveräußern. Der bislang noch nicht abschließend summierte Schaden aus den mutmaßlich bundesweit begangenen Betrugstaten beziffert sich auf etwa 2,5 Millionen Euro. Der öffentlichen Hand entstand ein mutmaßlicher Schaden von rund 2,8 Millionen Euro.
Parallel zu den Maßnahmen in Nordrhein-Westfalen vollstreckten ausländische Behörden drei Durchsuchungsbeschlüsse in Bulgarien. Diese führten zur Auffindung und Festnahme weiterer Beschuldigter. Die Ermittler gehen den Tatvorwürfen des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs, der Unterschlagung, der Schwarzarbeit und der Geldwäsche nach.
Der Aktion gingen umfangreiche verdeckte Ermittlungen voraus, die seit 2023 unter Federführung der Staatsanwaltschaft Köln in einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe von Kriminalpolizei Köln und Hauptzollamt Köln – Finanzkontrolle Schwarzarbeit – geführt wurden. Die Ermittlungen richten sich insgesamt gegen 25 Personen und dauern an.
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