Verfolgungsfahrt in Wuppertal: 40-Jähriger rammt vier Autos nach Handyverstoß

(Symbolbild)

Ein 40-jähriger Autofahrer aus Polen hat am Dienstagvormittag in Wuppertal eine spektakuläre Verfolgungsfahrt geliefert, nachdem er bei der Handynutzung am Steuer ertappt wurde. Die Flucht endete mit einem Unfall, bei dem vier geparkte Fahrzeuge beschädigt wurden.

Gegen 11:40 Uhr führten Polizeibeamte an der Hochstraße eine gezielte Verkehrsüberwachung durch, als ihnen der Fahrer eines VW Polo auffiel, der während der Fahrt sein Mobiltelefon nutzte. Im Beifahrersitz befand sich eine weitere männliche Person. Als die Polizisten das Fahrzeug kontrollieren wollten, ignorierte der 40-Jährige sowohl die Anhaltesignale als auch die direkte Ansprache der Beamten.

Der Mann setzte seine Fahrt mit überhöhter Geschwindigkeit fort und fuhr dabei durch den Gegenverkehr auf der Hochstraße. Die Flucht führte über mehrere innerstädtische Straßen, wobei die Polizisten zunächst den Sichtkontakt verloren. Weitere Einsatzkräfte stellten den Polo später im Bereich des Briller Viertels fest – allerdings ohne den Beifahrer, der das Fahrzeug zwischenzeitlich verlassen hatte.

Auch bei der erneuten Verfolgung widersetzte sich der Fahrer der Kontrolle. Er fuhr entgegen mehrerer Einbahnstraßen und schließlich über den Gehweg der Düsseldorfer Straße, wo er mit vier geparkten Fahrzeugen kollidierte. Die wilde Fahrt endete auf dem Gehweg in Höhe der Mettmanner Straße, als der Polo zwischen geparkten Autos und einer Häuserwand zum Stehen kam.

Die Polizeibeamten nahmen den 40-Jährigen unmittelbar nach dem Unfall fest und brachten ihn zur Polizeiwache. Bei der Identitätsüberprüfung stellte sich heraus, dass der Mann aus Polen stammt und durch ein anderes Bundesland zur Abschiebung ausgeschrieben ist. Er besitzt keinen festen Wohnsitz und konnte keine gültige Fahrerlaubnis vorlegen.

Da Verdacht auf Drogenkonsum vor Fahrtantritt bestand, entnahmen die Beamten dem 40-Jährigen eine Blutprobe. Bereits im Januar dieses Jahres war der Mann wegen eines ähnlichen Vorfalls polizeilich in Erscheinung getreten.

Die Ermittlungen ergaben weitere Straftaten: Die am Polo angebrachten Kennzeichen gehörten nicht zu dem Fahrzeug, sondern waren im Rahmen eines Fahrzeugdiebstahls entwendet worden. Zudem bestand für das Fahrzeug kein Versicherungsschutz. Der Pkw wurde vor Ort beschlagnahmt.

Der Sachschaden beläuft sich auf circa 20.000 Euro. Das Verkehrskommissariat hat die Ermittlungen übernommen und sucht Zeugen. Personen, die Angaben zu der Verfolgungsfahrt oder dem unbekannten Beifahrer machen können oder durch die Fahrweise gefährdet wurden, sollen sich unter der Telefonnummer 0202/284-0 bei der Polizei melden.