Bei einem Busunternehmen an der Ringeler Straße in Kattenvenne ist in der Nacht zu Freitag (3. April, 5:09 Uhr) ein Großbrand ausgebrochen. Die Polizei stellte nach einer spektakulären Verfolgungsfahrt durch Münster sechs jugendliche Tatverdächtige, die vom Brandort geflüchtet waren.
Eine vorbeifahrende Rettungswagenbesatzung meldete zunächst den Brand eines Busses. Als die Polizei am Einsatzort in der Nähe des Kreisverkehrs zur B 475 eintraf, bekämpften Feuerwehrkräfte bereits die Flammen. Das Feuer griff auf einen zweiten Bus, eine angrenzende Lagerhalle sowie auf dem Gelände befindliche Bäume über. Beide Busse brannten komplett aus. Der Sachschaden liegt nach ersten Schätzungen im unteren sechsstelligen Euro-Bereich.
Vier Personen, die sich im angrenzenden Wohnhaus aufhielten, konnten das Gebäude unverletzt verlassen. Die Ringeler Straße war während der Löscharbeiten voll gesperrt. Um 9:10 Uhr waren die Löscharbeiten beendet, der Brandort wurde beschlagnahmt.
Zeugen beobachteten eine dunkel gekleidete Person, die zu Fuß in Richtung Kreisverkehr flüchtete und in einen Kastenwagen mit Münsteraner Kennzeichen stieg. Das Fahrzeug fuhr auf der Kattenvenner Straße in Richtung Ladbergen.
Polizisten stellten das flüchtende Auto im Bereich der Autobahnausfahrt Münster-Nord fest. Der Fahrer ignorierte die Anhaltezeichen, beschleunigte seinen Renault und flüchtete mit bis zu 120 km/h über die Steinfurter Straße in Richtung Münster. Die Verfolgung führte durch das Kreuzviertel und die Kanalstraße, Gartenstraße und den Bohlweg in Richtung Schifffahrter Damm. Auf der Kanalbrücke der Königsberger Straße kollidiierte das Fluchtfahrzeug schließlich mit einem stehenden Streifenwagen.
Alle sechs Insassen konnten gestellt und festgenommen werden, obwohl zwei noch versuchten, zu Fuß zu flüchten. Die Polizei gab dabei einen Warnschuss ab. Trotz der riskanten Fahrweise wurden keine Verkehrsteilnehmer gefährdet und keine Personen verletzt. Sowohl das Fluchtfahrzeug als auch der Streifenwagen waren nicht mehr fahrbereit und wurden abgeschleppt.
Bei den Festgenommenen handelt es sich um sechs männliche Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren mit deutschen, syrischen, kosovarischen, montenegrinischen und niederländischen Staatsangehörigkeiten. Nach den polizeilichen Maßnahmen wurden sie an ihre Erziehungsberechtigten übergeben.