Über das Osterwochenende vom 2. bis 5. April musste die Bundespolizei München zu mehreren schweren Einsätzen im Bahnbereich ausrücken. Die Beamten ermittelten wegen exhibitionistischer Handlungen in einer S-Bahn, einer gefährlichen Körperverletzung nach einem Ladendiebstahl im Hauptbahnhof, einer Messerbedrohung, tätlicher Angriffe auf Polizisten sowie eines Dieseldiebstahls am Rangierbahnhof Milbertshofen.
Am Donnerstag gegen 23:15 Uhr belästigte ein 31-jähriger Deutscher ohne festen Wohnsitz mehrere Fahrgäste in der S-Bahn S2 zwischen Allach und Dachau. Der Mann trug lediglich ein kurzes Kleid, legte sich auf den Boden und präsentierte durch Spreizen der Beine sein Geschlechtsteil. Eine Streife der Deutschen Bahn Sicherheit unterband das Treiben und informierte die Bundespolizei. Der bereits mehrfach wegen ähnlicher Delikte polizeilich aufgefallene Mann erhielt einen Platzverweis. Die Bundespolizei bittet weitere Geschädigte, sich unter 089 515 550 0 zu melden.
Am Freitag um 13:20 Uhr eskalierte im Zwischengeschoss des Münchner Hauptbahnhofs ein Ladendiebstahl. Drei Jugendliche im Alter von 15 und 18 Jahren entwendeten gemeinsam eine Packung Sushi. Als Ladendetektive sie in ein Büro brachten, verhielt sich eine 18-jährige Deutsche aggressiv, beleidigte einen 46-jährigen türkischen Mitarbeiter und spuckte ihm auf die Kleidung. Bei der anschließenden körperlichen Auseinandersetzung erlitt die Tatverdächtige eine Beule am Kopf und eine blutende Lippe, verweigerte jedoch eine medizinische Behandlung.
Eine Stunde zuvor bedrohte ein unbekannter Mann in der S-Bahn S3 zwischen Hirschgarten und Donnersbergerbrücke einen 35-jährigen Deutschen mit einem Taschenmesser. Der Täter hatte zuvor den Kinderwagen des Geschädigten angerempelt. Als dieser ihn zur Rede stellte, zog der Mann ein Messer und führte Schnittbewegungen in Richtung des Geschädigten aus. Der Tatverdächtige flüchtete am Haltepunkt Donnersbergerbrücke. Die Fahndung verlief bislang erfolglos, jedoch konnten durch Videoauswertungen Bilder gesichert werden. Der gesuchte Mann ist etwa 45 Jahre alt, 180-185 cm groß, trägt dunkle, lange Haare zu einem Zopf gebunden, eine schwarze Lederjacke, ein schwarzes Hemd mit Aufdruck, hellblaue Jeans, blau-weiße Schuhe, einen schwarzen Rucksack, In-Ear-Kopfhörer und Schmuck an den Händen.
Am Sonntag um 12:10 Uhr griff ein 44-jähriger Deutscher am Hauptbahnhof einen Bahnmitarbeiter an, der ihn aus einer S-Bahn verwiesen hatte, weil er die Abfahrt störte. Gegenüber den Bundespolizisten verhielt sich der Mann ebenfalls aggressiv, trat nach einem Beamten, leistete erheblichen Widerstand bei der Fesselung und versuchte später, einen Beamten zu beißen. Der Tatverdächtige verletzte sich dabei selbst am Kopf, verweigerte einen Atemalkoholtest, ein Drogenschnelltest fiel jedoch positiv auf Kokain aus. Da der Mann derzeit eine Bewährungsstrafe verbüßt, wurde er nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft München I in Haft genommen und am 6. April dem Haftrichter vorgeführt. Der angegriffene Bahnmitarbeiter erlitt Prellungen, alle Beamten blieben dienstfähig.
Am Sonntagmorgen um 8:30 Uhr entdeckte ein Triebfahrzeugführer am Rangierbahnhof München-Milbertshofen einen Dieseldiebstahl. Unbekannte Täter hatten etwa 700 Liter Diesel aus einer abgestellten Diesellokomotive entwendet. Die Lok war zuvor um 2:00 Uhr abgestellt und seitdem nicht bewegt worden. Der Schaden beläuft sich auf rund 1.500 Euro. Die Bundespolizei bittet Zeugen, die im Bereich des Rangierbahnhofs verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, um Hinweise unter 089 515 550 0.