Ein 43-jähriger Mann ist innerhalb von zwei Tagen gleich zweimal von Beamten des Polizeireviers Wangen im Allgäu in Gewahrsam genommen worden. Dem Mann drohen nun mehrere Anzeigen nach wiederholten Attacken auf Polizisten.
Die erste Festnahme ereignete sich am Sonntagnachmittag, als die Polizei zu einem Hotelbetrieb gerufen wurde. Der 43-Jährige war dort deutlich alkoholisiert im Bereich einer Terrasse negativ aufgefallen und mit Angehörigen in Streit geraten. Auch die hinzugerufenen Beamten konnten den Mann nicht beruhigen – stattdessen beleidigte und bedrohte er die Einsatzkräfte. Bei der Ingewahrsamnahme trat der Alkoholisierte zunächst eine Beamtin und später auch einen Beamten.
Nach einer Nacht in der Arrestzelle sorgte der 43-Jährige bereits am Montagmorgen für den nächsten Polizeieinsatz. An einer Tankstelle fiel er nur rund drei Stunden nach seiner Entlassung aus dem Arrest erneut durch aggressives Verhalten auf. Auch diesmal beleidigte und bedrohte er die Einsatzkräfte und wurde bis zum Nachmittag erneut in Gewahrsam genommen. Den Mann erwarten neben entsprechenden Strafanzeigen auch die Kosten für beide Aufenthalte in der Gewahrsamszelle.
Alkoholisierter liefert sich Verfolgungsfahrt auf A96
Eine weitere spektakuläre Festnahme ereignete sich am Montagabend auf der A96, wo ein alkoholisierter 36-Jähriger eine filmreife Verfolgungsfahrt lieferte. Eine Streife der Bundespolizei wollte den Mercedes-Fahrer im Bereich der Anschlussstelle Sigmarszell in Fahrtrichtung München kontrollieren, doch er ignorierte die Haltesignale und gab Gas.
Bei seiner Flucht fuhr der 36-Jährige teils mit deutlich über 160 km/h, nutzte mehrere Fahrspuren sowie den Pannenstreifen und fuhr zeitweise von der Autobahn ab, um anschließend wieder zurück auf die Autobahn zu gelangen. Dabei bremste er immer wieder stark ab, offenbar um die Polizeistreife abzuschütteln. Im Bereich des Tunnels Herfatz streifte er mit seinem Mercedes den VW Passat eines anderen Verkehrsteilnehmers am Außenspiegel.
Noch während ein Polizeihubschrauber zur Unterstützung angefordert wurde, gelang es den Beamten der Bundespolizei gemeinsam mit einer Streife des Polizeireviers Leutkirch, den 36-Jährigen im Bereich der Anschlussstelle Leutkirch-West zu stoppen und festzunehmen. Der Mann besitzt keinen Führerschein und war erheblich alkoholisiert – ein Alkoholvortest zeigte deutlich über zwei Promille an. In seiner Sporttasche stellten die Beamten zudem eine kleinere Menge Testosteron sicher.
Nach einer Blutentnahme im Krankenhaus wird gegen den 36-Jährigen wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens und Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz ermittelt. Der Mercedes wurde abgeschleppt. Zeugen, die die Flucht beobachtet haben oder durch die Fahrweise gefährdet wurden, werden gebeten, sich unter Tel. 07563/9099-0 bei der Verkehrspolizei Kißlegg zu melden.
Über 60.000 Euro Schaden bei Fahrstreifenwechsel
Einen teuren Fahrfehler leistete sich am Montagabend gegen 21.45 Uhr ein 28-jähriger Seat-Fahrer auf der A96. Zwischen den Anschlussstellen Leutkirch-Süd und Kißlegg wollte er von der rechten auf die linke Fahrspur wechseln und touchierte dabei mit seiner Fahrzeugseite einen auf gleicher Höhe fahrenden BMW im Bereich der Fahrzeugfront. Beide Wagen prallten in die Mittelleitplanke, der Seat geriet ins Schleudern und kam auf dem Standstreifen zum Stehen. Auch der Wagen eines nachfolgenden Autofahrers wurde leicht beschädigt. Verletzt wurde nach bisherigem Stand glücklicherweise niemand. Der Sachschaden beläuft sich auf über 60.000 Euro.
Motorradfahrer übersieht Radfahrer
Schwerere Verletzungen erlitt ein 59-jähriger Rennrad-Fahrer bei einem Verkehrsunfall am Montagabend auf der L324 bei Hannober. Kurz nach 18.15 Uhr wollte der 61 Jahre alte Fahrer eines dreirädrigen Motorrads von der Landesstraße nach links auf den Gemeindeverbindungsweg in Richtung Widmannsbronn einbiegen und übersah dabei den Radfahrer, der auf dem parallel zur Landesstraße verlaufenden Radweg unterwegs war. Eigenen Angaben zufolge wurde der Fahrer des dreirädrigen Motorrads von der Sonne geblendet. Der Radler stürzte und wurde von einem Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Der Sachschaden beträgt schätzungsweise rund 3.000 Euro.