Ein 56-jähriger Mann hat in der Nacht auf Montag kurz vor der Einfahrt in den Münchner Hauptbahnhof die Notbremse des ICE 2845 gezogen und anschließend das Gleisbett betreten. Der Vorfall führte zu massiven Betriebsstörungen im Bahnverkehr mit stundenlangen Gleissperrungen.
Gegen 23:20 Uhr betätigte der Deutsche die Notbremse des Fernzugs und öffnete danach über die Notentriegelung eine Tür. Er begab sich in den gefährlichen Gleisbereich zwischen Hauptbahnhof und Donnersbergerbrücke. Die Notfallleitstelle reagierte umgehend mit einer Vollsperrung sämtlicher Gleise in diesem Abschnitt und erteilte allen dort verkehrenden Zügen einen Nothalteauftrag.
Alarmierte Bundespolizisten fanden den psychisch auffälligen Mann wenig später in der Nähe des Stellwerks an der Hackerbrücke. Da zunächst unklar war, ob sich weitere Personen im Gefahrenbereich aufhielten, blieben die Gleise bis 00:43 Uhr am frühen Dienstagmorgen gesperrt – insgesamt mehr als eine Stunde.
Die Beamten brachten den 56-Jährigen zur Bundespolizeiwache in der Denisstraße. Ein freiwilliger Atemalkoholtest ergab 0,0 Promille. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen konnte der wohnsitzlose Mann die Dienststelle wieder verlassen. Gegen ihn leitete die Bundespolizei strafrechtliche Ermittlungen wegen Missbrauchs von Nothilfeeinrichtungen sowie ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen unbefugten Aufenthalts im Gleisbereich ein.
Der Zwischenfall hatte massive Auswirkungen auf den Nah- und Fernverkehr der Deutschen Bahn am Münchner Hauptbahnhof.