Telefonbetrüger haben am Karfreitag in Paderborn einen vierstelligen Geldbetrag von einer 82-jährigen Seniorin erbeutet. In einem zweiten Fall verhinderte nur ein Zufall die Übergabe von 65.000 Euro an die Kriminellen.
Die erste Betrugsmasche begann am 3. April gegen 16:00 Uhr, als die 82-Jährige mehrere Anrufe auf ihr Mobiltelefon und Festnetz erhielt. Der Anrufer gab sich als ihr Sohn aus und erzählte ihr in russischer Sprache, dass er einen schweren Autounfall gehabt habe. Er behauptete, dass eine Frau verletzt worden sei und er dringend Geld benötige. Ein Abholer werde das Geld abholen, kündigte der falsche Sohn an. Der Mann, der schließlich den vierstelligen Betrag abholte, war 35 bis 40 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß, schlank und hatte ein europäisches Aussehen. Erst im Nachhinein erschien der Seniorin der Vorfall merkwürdig, woraufhin sie Anzeige erstattete.
Im zweiten Fall erhielt eine 75-jährige Frau zwischen 17:36 und 19:00 Uhr am selben Karfreitag zahlreiche Anrufe sowohl auf ihr Handy als auch auf das Festnetz. Mehrere Personen behaupteten in den Gesprächen, ihre Tochter sei für einen schweren Verkehrsunfall verantwortlich. Für die Behandlung eines verletzten Kindes forderten die Betrüger 65.000 Euro. In einem der Telefonate war augenscheinlich auch die angebliche Tochter zu hören, wodurch die Seniorin zunehmend unter Druck gesetzt wurde und sich auf ein Treffen mit einem Geldabholer einließ.
Nur dem Zufall ist es zu verdanken, dass zur vereinbarten Abholzeit Familienbesuch bei der 75-Jährigen eintraf. Als der Abholer zur selben Zeit vor der Tür stand, ergriff er sofort die Flucht. Eine Geldübergabe kam nicht zustande. Der flüchtige Mann war etwa 1,70 Meter groß, 30 Jahre alt und wirkte osteuropäisch. Er hatte kurze schwarze Haare mit hohem Haaransatz, dunkelbraune Augen und schmale Lippen. Bekleidet war er mit einer schwarzen Jacke, einem hellblauen Langarmshirt mit Karomustern, blauen Jeans und schwarzen Schuhen.
Die Polizei Paderborn warnt erneut eindringlich vor allen Arten des Telefonbetrugs. Angehörige sollten immer wieder mit älteren Familienangehörigen über das Thema sprechen, um die Gefahr solcher Anrufe bewusst zu halten. Bei derartigen Anrufen handelt es sich grundsätzlich um Betrug, bei dem die Täter ihre Opfer am Telefon massiv unter Druck setzen. Weitere Informationen zum Telefonbetrug und Präventionsmaterialien sind unter „Geschockt am Telefon? Auflegen!“ auf der Homepage der Polizei Paderborn verfügbar.