Heute, am 8. April, begehen Roma-Gemeinschaften weltweit den Internationalen Tag der Roma. Der Gedenktag wurde 1990 vom ersten Internationalen Roma-Kongress in Polen ins Leben gerufen und wird seit 1971 jährlich am 8. April begangen – dem Datum des ersten Welt-Roma-Kongresses in London, bei dem die Roma-Flagge und -Hymne angenommen wurden.
Der Tag soll auf die jahrhundertelange Verfolgung und Diskriminierung der Roma aufmerksam machen und ihre kulturelle Vielfalt würdigen. Roma sind Europas größte ethnische Minderheit mit schätzungsweise 10 bis 12 Millionen Menschen, die über den gesamten Kontinent verteilt leben. Ihre Geschichte ist geprägt von systematischer Ausgrenzung, Versklavung und Völkermord – während des Holocaust wurden zwischen 220.000 und 500.000 Roma und Sinti ermordet.
Auch heute noch sind Roma in vielen europäischen Ländern massiver Diskriminierung ausgesetzt. Laut EU-Grundrechteagentur leben 80 Prozent der Roma in der EU unterhalb der Armutsgrenze. In Bereichen wie Bildung, Gesundheitsversorgung, Wohnen und Arbeitsmarkt erfahren sie systematische Benachteiligung. Besonders dramatisch ist die Situation in Ländern wie Rumänien, Bulgarien und Ungarn, wo Roma oft in Gettos leben und ihre Kinder segregierte Schulen besuchen müssen.
Der Internationale Tag der Roma wird mit kulturellen Veranstaltungen, Konzerten, Ausstellungen und politischen Diskussionen begangen. Menschenrechtsorganisationen nutzen den Tag, um auf die anhaltende Diskriminierung hinzuweisen und Gleichberechtigung zu fordern. Die Europäische Union hat 2011 einen EU-Rahmen für nationale Roma-Integrationsstrategien verabschiedet, doch die Umsetzung bleibt mangelhaft.
Weitere Gedenktage am 8. April: Der Tag des Zeichnens würdigt die künstlerische Ausdrucksform des Zeichnens und ermutigt Menschen jeden Alters zum kreativen Schaffen. In Buddhisten-Gemeinschaften wird zudem der Geburtstag Buddhas gefeiert, auch bekannt als Vesak-Tag, der je nach Tradition an unterschiedlichen Daten begangen wird.