Die Polizeiinspektion Heidekreis hat eine neue Präventionsaktion gestartet, um Senioren besser vor Betrug und Diebstahl zu schützen. In Zusammenarbeit mit regionalen Pflegediensten und Essenslieferdiensten sollen künftig auch mobilitätseingeschränkte und pflegebedürftige ältere Menschen erreicht werden.
Senioren werden immer wieder Opfer von Betrugs- und Diebstahlsdelikten. Täter nutzen dabei gezielt das Vertrauen, die Hilfsbereitschaft oder Unsicherheiten älterer Menschen aus. Häufig treten sie als falsche Polizeibeamte oder angebliche Angehörige auf, geben sich als Handwerker aus oder versuchen über Telefon und Internet an persönliche Daten sowie Bargeld zu gelangen. Auch Trickdiebstähle an der Haustür gehören zu den typischen Deliktsformen. Für die Betroffenen entstehen dabei nicht nur finanzielle Schäden, sondern oftmals auch eine erhebliche Verunsicherung im Alltag.
Die bisherigen Präventionsangebote der Polizei wie Informationsveranstaltungen, Vorträge oder persönliche Beratungsgespräche erreichen hauptsächlich mobile Senioren, die selbstständig an Veranstaltungen teilnehmen können. Um auch Menschen zu erreichen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt oder pflegebedürftig sind, wurde die neue Kooperation ins Leben gerufen.
Mitarbeiter der Pflegedienste und Essenslieferdienste geben die Informationsbroschüre „Im Alltag sicher leben“ an ihre Kunden weiter. Durch diese Informationsweitergabe soll eine Sensibilisierung für typische Betrugsmaschen und andere Straftaten zum Nachteil älterer Menschen erreicht werden. Das Ziel ist es, gerade die Senioren zu erreichen, die nur schwer an klassischen Informationsveranstaltungen teilnehmen können.
„Viele ältere Menschen, die besonders schutzbedürftig sind, erreichen wir mit unseren bisherigen Angeboten nur eingeschränkt. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Pflegediensten und Essenslieferdiensten können wir nun direkt im häuslichen Umfeld informieren und sensibilisieren“, erklärt Kriminalhauptkommissarin Kathleen Schwarz vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Heidekreis.
Die Präventionsaktion startet zunächst im nördlichen Heidekreis. Eine Ausweitung auf den südlichen Heidekreis ist im Anschluss vorgesehen. Die Polizeiinspektion Heidekreis erhofft sich durch die Kooperation eine nachhaltige Stärkung der Präventionsarbeit und einen besseren Schutz von Senioren vor Straftaten.