Internationaler Tag der Roma und Sinti: Kampf gegen Diskriminierung und für Anerkennung

Heute, am 9. April, begehen Roma und Sinti weltweit ihren internationalen Gedenktag. Der 1990 von der International Romani Union ausgerufene Aktionstag erinnert an den ersten Welt-Roma-Kongress, der am 8. April 1971 in London stattfand und als Geburtsstunde der modernen Roma-Bürgerrechtsbewegung gilt.

Der Gedenktag steht im Zeichen des Kampfes gegen die jahrhundertelange Diskriminierung und Verfolgung der größten Minderheit Europas. Roma und Sinti waren über Generationen hinweg Opfer systematischer Ausgrenzung, die im Holocaust mit der Ermordung von bis zu 500.000 Menschen durch die Nationalsozialisten ihren grausamen Höhepunkt fand. Dieser Völkermord wird als „Porajmos“ oder „Samudaripen“ bezeichnet.

Auch heute noch kämpfen die geschätzt 10 bis 12 Millionen Roma in Europa gegen Vorurteile und strukturelle Benachteiligung. Laut EU-Erhebungen leben 80 Prozent der Roma-Gemeinschaften unterhalb der Armutsgrenze, haben schlechteren Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung und sind überdurchschnittlich oft von Arbeitslosigkeit betroffen. In mehreren EU-Ländern werden Roma-Kinder nach wie vor in Sonderschulen segregiert.

Der Internationale Tag der Roma dient dazu, auf diese anhaltenden Missstände aufmerksam zu machen und die kulturelle Vielfalt sowie die Beiträge der Roma-Gemeinschaften zur europäischen Gesellschaft zu würdigen. Typischerweise finden an diesem Tag Kulturveranstaltungen, Bildungsaktionen und politische Diskussionsrunden statt. Roma-Organisationen nutzen den Tag, um konkrete Verbesserungen in den Bereichen Bildung, Wohnen und Arbeitsmarktintegration zu fordern.

Weitere Gedenktage am 9. April: In Georgien wird heute der Tag der Wiederherstellung der Unabhängigkeit begangen, der an die Unabhängigkeitserklärung von 1991 erinnert. Außerdem ist heute der Internationale Tag der Jugendinformation, der von der European Youth Information and Counselling Agency ausgerufen wurde.