Ein 32-jähriger Dortmunder ist am Mittwochabend bei einer Verfolgungsfahrt auf der Autobahn 2 bei Lünen schwer verunglückt. Der Mann hatte seine 34-jährige Ehefrau und drei gemeinsame Kinder im Alter von 2, 5 und 7 Jahren an Bord, als er sich einer Polizeikontrolle zu entziehen suchte.
Gegen 20:50 Uhr bemerkte eine Streifenwagenbesatzung auf der A2 in Richtung Hannover auf Höhe der Anschlussstelle Dortmund-Mengede einen Mercedes. Eine Überprüfung in den polizeilichen Informationssystemen ergab, dass der Fahrzeughalter nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis war. Daraufhin entschieden die Beamten, eine Verkehrskontrolle durchzuführen.
Doch der Autofahrer ignorierte die Anhaltesignale und trat das Gaspedal durch. Dabei erreichte er zwischenzeitlich Geschwindigkeiten von über 200 km/h. Mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit versuchte er anschließend, die Autobahn an der Ausfahrt Lünen-Süd zu verlassen.
Das Fahrmanöver misslang jedoch: Der 32-Jährige verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug und fuhr diagonal durch die Ausfahrt, den Grünstreifen und die angrenzende Auffahrt. Andere Autofahrer, die zu diesem Zeitpunkt auf die A2 auffahren wollten, mussten bremsen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Der Mercedes durchbrach schließlich die Schutzplanke und rutschte einen etwa 15 Meter tiefen Hang hinunter. Das Fahrzeug überschlug sich nicht und kam auf allen vier Rädern zum Stehen.
Die Polizisten nahmen den Dortmunder vorläufig fest. Erste Ermittlungen bestätigten den ursprünglichen Verdacht: Der Mann besitzt keinen Führerschein. Außerdem ergaben sich Hinweise darauf, dass er unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand. Im Kofferraum des Mercedes entdeckten und sicherten die Beamten zudem eine Machete.
Der schwer verletzte Fahrer wurde in ein Krankenhaus eingeliefert, wo ihm ein Arzt eine Blutprobe entnahm. Seine Ehefrau und die drei Kinder kamen zur Beobachtung ebenfalls in eine Klinik. Den Schaden am erheblich beschädigten Mercedes schätzen die Ermittler auf etwa 15.000 Euro. Das Fahrzeug wurde sichergestellt.
Gegen den 32-Jährigen wurden mehrere Strafanzeigen gestellt, unter anderem wegen Gefährdung des Straßenverkehrs und Fahren ohne Fahrerlaubnis. Hinzu kommt eine Ordnungswidrigkeitsanzeige wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz.