Ein 24-jähriger Mercedes-Fahrer hat am Donnerstagabend (9. April, 18:30 Uhr) in der Duisburger Altstadt versucht, sich einer Polizeikontrolle zu entziehen und dabei eine gefährliche Verfolgungsjagd ausgelöst. Bei der Flucht kollidierte der Mann mit zwei Fahrzeugen und verletzte eine Autofahrerin.
Der junge Mann war zunächst mit seinem weißen Mercedes C63 AMG mit normaler Geschwindigkeit auf der Plessingstraße unterwegs. Als er verkehrsbedingt an einer roten Ampel anhielt und einen Streifenwagen hinter sich bemerkte, gab er unvermittelt Gas und bog trotz des noch andauernden Rotlichts auf die Schwanenstraße ab. Die Polizeibeamten verfolgten den Flüchtigen bis zur Steinschen Gasse, in die der Mercedes einbog.
In Höhe des Friedrich-Wilhelm-Platzes kollidierte der Mercedes mit einem grauen VW Golf einer 28-jährigen Frau. Die Autofahrerin klagte infolge des Zusammenstoßes über Schmerzen. Da der C63 AMG nicht mehr fahrbereit war, flüchtete der Fahrer zu Fuß weiter. Die Polizisten verfolgten den Mann, der in die Untermauerstraße rannte. Dort gelang es den Beamten, ihn einzuholen, ihm Handschellen anzulegen und ihn vorläufig festzunehmen.
Bei der Unfallaufnahme stellten die Einsatzkräfte fest, dass der weiße Mercedes während der Flucht bereits mit einem weiteren Fahrzeug zusammengestoßen war – einem weißen VW Golf GTI eines 29-Jährigen. Dies geschah, während der 24-Jährige vergeblich versucht hatte, über den Gehweg der Steinschen Gasse zu fahren.
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Duisburg beschlagnahmten die Polizisten das Handy und den Mercedes als Beweismittel. Da sich Verdachtsmomente ergaben, dass der Fahrer unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand, führten die Beamten einen Drogenvortest durch. Der Test bestätigte den Verdacht und reagierte positiv auf THC. Die Einsatzkräfte brachten den Mann zur Wache, wo ein Arzt ihm eine Blutprobe entnahm.
Eine Überprüfung der Personalien ergab, dass der 24-Jährige keine gültige Fahrerlaubnis besitzt und sich auf Bewährung befindet. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Duisburg wird er heute einem Haftrichter vorgeführt. Er muss sich nun mit einem Strafverfahren unter anderem wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, illegalen Kraftfahrzeugrennens, fahrlässiger Körperverletzung, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und unerlaubten Entfernens vom Unfallort auseinandersetzen.
Das Verkehrskommissariat 22 hat die Ermittlungen aufgenommen. Zeugen, die das Unfallgeschehen beobachtet haben, können sich unter der Rufnummer 0203 2800 bei der Polizei melden.