Telefonbetrüger haben am Mittwoch in Paderborn einen 83-jährigen Mann um einen fünfstelligen Geldbetrag gebracht. Die Täter gaben sich als Polizisten aus und setzten den Senior fast drei Stunden lang am Telefon unter Druck, bis er schließlich das Geld an einen Abholer übergab.
Zwischen 13.00 und 15.45 Uhr hielten die Betrüger den Mann kontinuierlich am Telefon. Ein sich als Polizeihauptkommissar Martin Jung ausgebender Mann behauptete zunächst, es habe einen Einbruch in der Nachbarschaft gegeben und die Täter seien flüchtig. Die Wertsachen des Seniors müssten nun gesichert werden. Obwohl der 83-Jährige anfangs Zweifel hatte, forderten ihn die Betrüger auf, einen angeblichen Vorgesetzten anzurufen, um die Echtheit der Polizisten zu bestätigen.
Ein weiterer falscher Beamter bestätigte die Echtheit der Anrufe und behauptete, der Einsatz müsse vom Senior bezahlt werden, sollte er den Anweisungen nicht folgen. Durch weitere Aufforderungen zum Eingeben von Nummern war der Mann schließlich davon überzeugt, mit der echten Polizei zu sprechen. Es wurde vereinbart, das im Haus vorhandene Bargeld nach Übermittlung des Codeworts „Monika“ an einen Abholer zu übergeben.
Gegen 14.30 Uhr erschien der Geldabholer – ein 30 bis 35 Jahre alter, etwa 1,75 Meter großer Mann. Er trug ein blaugraues Basecap, eine ebensolche Jacke mit einem Hoheitswappen auf dem rechten Ärmel und eine graublauer Hose. Nach der Geldübergabe entfernte er sich zu Fuß in unbekannte Richtung. Erst als der Anrufer den Senior weiter am Telefon hielt, wurde dieser misstrauisch und rief die echte Polizei an, die ihn über den Betrug aufklärte.
Am selben Tag ereignete sich ein weiterer Betrugsversuch: Gegen 11.45 Uhr rief ebenfalls ein angeblicher Martin Jung bei einer 88-jährigen Frau an und erzählte dieselbe Geschichte von Einbrüchen in der Nachbarschaft. Er befragte sie zu ihren Vermögensgegenständen und Details zu Sicherungen im Haus. Die Seniorin informierte jedoch die echte Polizei, sodass es nicht zu einer Geldübergabe kam.
Die Polizei Paderborn warnt eindringlich vor allen Arten des Telefonbetrugs und bittet Angehörige, regelmäßig mit älteren Familienangehörigen über dieses Thema zu sprechen. Bei solchen Anrufen handele es sich immer um Betrug, die Täter würden ihre Opfer massiv unter Druck setzen. Bereits am Karfreitag hatte es einen vollendeten und einen nur durch Zufall verhinderten Telefonbetrug gegeben.