In Ungarn hat am Sonntag eine international viel beachtete Parlamentswahl begonnen, bei der Ministerpräsident Viktor Orban nach 16 Jahren an der Macht abgewählt werden könnte. Die Wahllokale öffneten am Sonntagmorgen und schließen um 19 Uhr. Erste vorläufige Ergebnisse werden gegen 20 Uhr erwartet.
In den Umfragen lag die Fidesz-Partei des rechtsnationalen Orban zuletzt deutlich hinter der Partei Tisza des konservativen Oppositionspolitikers Peter Magyar. Rund 8,1 Millionen Wahlberechtigte sind in Ungarn aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.
Peter Magyar, ein ehemaliges Fidesz-Mitglied und Herausforderer Orbans, verspricht politische Reformen und einen pro-westlichen Kurs. Kritiker werfen dem amtierenden Regierungschef vor, Ungarn mit einem autoritären Kurs in eine „illiberale Demokratie“ zu verwandeln.
Die Wahl gilt als richtungsweisend für die Europäische Union, da Orban bei vielen Themen mit der EU-Kommission und anderen EU-Staaten im Konflikt steht. Das ungarische Wahlsystem kombiniert Elemente aus Mehrheits- und Verhältniswahl, was einen Machtwechsel trotz eines Vorsprungs von Tisza in den Umfragen unsicher macht.
Eine Zweidrittelmehrheit für Tisza könnte jedoch grundlegende Änderungen ermöglichen, wie die Freigabe blockierter EU-Gelder. Die Wahl bietet wenig Chancen für kleinere Parteien, da der Fokus auf dem Zweikampf zwischen Orban und Magyar liegt.