Zwei Seniorinnen aus dem Kreis Paderborn sind am Freitag, 10. April, Opfer von Telefonbetrügern geworden und haben zusammen eine niedrige fünfstellige Summe an unbekannte Täter verloren. Die Polizei sucht nun Zeugen zu den beiden Fällen.
Die erste Betrugsmasche ereignete sich gegen 15.30 Uhr bei einer 84-jährigen Frau. Ein russisch sprechender Anrufer erzählte ihr, er sei Zeuge davon geworden, wie ihre Enkelin eine schwangere Frau angefahren habe. Für die Operation der angeblich verletzten Frau werde Geld benötigt. Die Seniorin fiel auf die erfundene Geschichte herein und vereinbarte einen Übergabetermin. Als der Abholer an ihrer Haustür klingelte, händigte sie ihm einen mittleren vierstelligen Betrag aus.
Etwa viereinhalb Stunden später, gegen 20.00 Uhr, erhielt eine 88-jährige Frau einen ähnlichen Anruf. Wieder meldete sich ein russischsprachiger Betrüger und behauptete, die Tochter der Seniorin habe bei einem Unfall eine Verkehrsteilnehmerin verletzt. Auch hier sei Geld für eine Operation nötig. Das Opfer einigte sich mit dem Täter auf eine niedrige fünfstellige Summe und übergab diese ebenfalls an der Haustür an einen Abholer.
In beiden Fällen beschreiben die Geschädigten den Geldabholer als etwa 20 bis 25 Jahre alten Mann mit einer Körpergröße zwischen 1,70 und 1,80 Metern. Er soll ein südländisches Aussehen haben, kurze schwarze Haare tragen und dunkel gekleidet gewesen sein.
Die Polizei bittet Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, sich über die Rufnummer 05251 306-0 zu melden.
Die Polizei Paderborn führt bereits seit einiger Zeit die Kampagne „Geschockt am Telefon? Auflegen!“ durch und warnt eindringlich vor Telefonbetrug. Angerufene sollten niemals Angaben zu Wertgegenständen oder wichtigen Dokumenten im Haus machen und das Gespräch sofort beenden. Stattdessen sollten sie über bekannte Nummern bei Familienangehörigen anrufen, um zu klären, dass alles in Ordnung ist, und Anzeige bei der Polizei erstatten.
Die Behörde weist ausdrücklich darauf hin, dass Behörden, Banken, Gerichte und Staatsanwaltschaften niemals am Telefon nach Wertgegenständen fragen. Bei derartigen Anrufen handelt es sich immer um Betrug. Gleichzeitig appelliert die Polizei an Angehörige, regelmäßig mit älteren Familienmitgliedern über das Thema Schockanruf zu sprechen und sie für die Gefahren zu sensibilisieren. Informationsmaterial zur Kampagne „Geschockt am Telefon? Auflegen!“ ist auf der Homepage https://paderborn.polizei.nrw/artikel/geschockt-am-telefon-auflegen zu finden.