Insgesamt 760 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 bis 9 im Alter von 10 bis 14 Jahren haben am Donnerstag, 23. April 2026, das Klassenzimmer gegen die spannende Welt der Verbrechensbekämpfung getauscht. In den Dienststellen der Polizeidirektion Hannover herrschte ein ganz besonderes Treiben während des diesjährigen Zukunftstages.
Besonders kreativ gestaltete sich der Tag für jene 135 Jugendlichen, die direkt im Stab der Polizeidirektion zu Gast waren. Dort wurde der Zukunftstag als packendes Escape-Erlebnis konzipiert. Unter dem Titel „Einbruch in das Landesmuseum – Diebstahl des blauen Juwels“ schlüpften die Kinder und Jugendlichen in die Rolle von Ermittlerinnen und Ermittlern und begaben sich auf die Suche nach den flüchtigen Tätern.
Der Weg zur Lösung des Falls führte sie durch sieben aufwendig gestaltete Stationen. In der Lage- und Führungszentrale hörten die Schülerinnen und Schüler die Meldung des Einbruchs aus dem Landesmuseum, besprachen die zu treffenden Sofortmaßnahmen und teilten die Funkstreifenwagen strategisch ein. Bei der Spurensicherung wurden Schuhspuren gesucht, Fingerabdrücke gesichert und Blutspuren erklärt. An der Station Videoauswertung sichteten sie Aufnahmen von der Überwachungskamera und erstellten eine Personenbeschreibung der Täter.
Bei einer Zeugenvernehmung lernten die Kinder und Jugendlichen unter fachkundiger Anleitung, wie man eine aufgeregte Zeugin beruhigt und wichtige von unwichtigen Informationen trennt. Zudem durften Ausrüstung und Fahrzeuge nicht nur bestaunt, sondern auch anprobiert und angefasst werden. Bei einer körperlich aktiven Fragerunde waren Konzentration und Sportlichkeit gefragt. Die Ermittlung gipfelte schließlich in der Festnahme einer der Täter in den Räumlichkeiten des Polizeigewahrsams aus dem Jahr 1903.
Bei der Polizeiinspektion Besondere Dienste erlebten 103 Kinder faszinierende Einblicke bei den Reitern und Hunden. Neben Stallführungen beeindruckten Vorführungen der Diensttiere das junge Publikum. Die Verfügungseinheiten punkteten mit Vorträgen, Videos und einer Materialschau der Schutzausstattung. Der Verkehrsunfalldienst ließ die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden: Es wurden Unfallstellen vermessen, schwere Polizeikräder bestaunt und die Geschwindigkeit mittels Laserpistole gemessen.
Auch in der gesamten Region Hannover war die Begeisterung spürbar. Die Polizeiinspektion Burgdorf hieß 30 Kinder willkommen, während die Kommissariate in Großburgwedel (15), Langenhagen (32), Lehrte (24) und Mellendorf (15) ebenfalls ihre Türen öffneten. Die Polizeiinspektion Hannover empfing 30 Teilnehmende, unterstützt durch die Dienststellen in Döhren (24), Laatzen (10), Lahe (15), Limmer (35), Mitte (27), der Nordstadt (19) und Stöcken (18). Im Bereich der Polizeiinspektion Garbsen (40) herrschte ebenso reger Andrang wie in Barsinghausen (16), Neustadt (15), Ronnenberg (25), Seelze (15), Springe (15) und Wunstorf (22). Der Zentrale Kriminaldienst brachte allein 80 Kindern die Komplexität moderner Ermittlungsmethoden näher.
Durch die Verbindung von spielerischen Elementen, echtem Anfassen und realitätsnahen Einblicken in den Polizeialltag gelang es, den Schülerinnen und Schülern die Vielfalt des Berufslebens bei der Polizei auf lebhafte Weise näherzubringen. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Ermittlungen, der Sicherstellung des Juwels und vielen neuen Eindrücken im Gepäck endete für die 760 Teilnehmenden ein ereignisreicher Tag, der bei vielen den Wunsch geweckt haben dürfte, später vielleicht einmal selbst die Uniform zu tragen.