Hamburgs Silvester 2025/2026: Polizei zieht vorläufige Bilanz

Anlässlich des Jahreswechsels 2025/2026 war die Polizei Hamburg mit einem starken Kräfteaufgebot im Einsatz. Insgesamt verlief der Einsatz überwiegend silvester-typisch. Besonders in Steilshoop gab es im Verlauf des Abends zeitweise umfangreichere Interventionsmaßnahmen.

Zu den Schwerpunktorten gehörten Landungsbrücken, Binnenalster und das Vergnügungsviertel St. Pauli. An der Landungsbrücken hielten sich in der Spitze mehr als 7.000 Personen auf. Gegen 21:50 Uhr wurden aus einer größeren Gruppe pyrotechnische Gegenstände auf Personen geworfen; verletzt wurde dabei nach bisherigen Erkenntnissen niemand. Die Einsatzkräfte schritten umgehend ein und die Lage konnte schnell befriedet werden. Wegen der starken Frequentierung der Jan-Fedder-Promenade leiteten Einsatzkräfte ab 23:30 Uhr Besucherströme in Richtung der seit etwa 22:20 Uhr gesperrten Straßen am nördlichen Hafenrand. Ab etwa 00:15 Uhr setzte sich eine Abwanderung fort.

Rund um die Binnenalster hielten sich in der Spitze etwa 4.000 Personen auf. Durch Erlass einer Allgemeinverfügung war das Mitführen und Abbrennen von Feuerwerkskörpern in der Zeit vom 31.12.2025, 18:00 Uhr, bis zum 01.01.2026, 01:00 Uhr, rund um die Binnenalster und auf dem Rathausmarkt untersagt worden. Zudem gilt seit dem 15.12.2024 ein Waffenverbot im Bereich des Alsteranlegers. Der überwiegende Teil der Besucherinnen und Besucher hielt sich an die Allgemeinverfügung.

Im Vergnügungsviertel St. Pauli/Reeperbahn war nach dem Jahreswechsel ein starker Zulauf zu verzeichnen. In der Spitze hielten sich bis zu 25.000 Menschen dort auf. Parallel fand erstmals die vom ZDF übertragene Veranstaltung „Silvester in Concert“ am Chicagokai in der HafenCity statt. Sie verlief ohne besondere Vorkommnisse.

Die Lage im übrigen Stadtgebiet stellte sich exemplarisch wie folgt dar. Gegen 19:55 Uhr kam es in der Straße Kupferdamm zu einem mutmaßlich durch Feuerwerk ausgelösten Brand eines Einfamilienhauses. Verletzt wurde niemand; das Wohnhaus ist vorerst unbewohnbar und wurde als Brandort beschlagnahmt. Die Ermittlungen führt die zuständige Stelle.

In den Abendstunden zog die Polizei in Zusammenhang mit dem Auftreten mehrerer, zum Teil größerer Personengruppen im Stadtteil Steilshoop, insbesondere im Bereich Fehlinghöhe/Gropiusring/Schreyerring, verstärkt Einsatzkräfte zusammen, nachdem dort pyrotechnische Gegenstände in Richtung von Passantinnen und Passanten, Einsatzkräften sowie Wohnobjekten geworfen beziehungsweise geschossen wurden. Durch die polizeilichen Maßnahmen konnten die Situationen befriedet werden. Mehrere Personen wurden festgestellt und erhielten Platzverweise oder wurden in Gewahrsam genommen bzw. festgenommen.

Kurz nach Mitternacht wurden Polizistinnen und Polizisten im Rahmen eines Einsatzes auf einem Supermarktparkplatz am Lüdersring festgenommen; dort wurden sie mit Pyrotechnik beschossen. Gegenstandene Einsatzkräfte nahmen einen Verursacher vorläufig fest. Gegen 00:10 Uhr meldeten Passantinnen und Passanten, dass sie in der Kalischerstraße mit Schreckschusswaffen beschossen würden. Nur wenig später sollen im Stadtteil St. Pauli aus einer Gruppe von etwa 15 Personen Feuerwerkskörper auf Unbeteiligte geworfen worden sein; die Lage konnte zeitnah befriedet werden. Rund um die Kalischerstraße konnten seitens der Polizei keine mutmaßlichen Verursacherinnen oder Verursacher identifiziert werden. Um ca. 00:25 Uhr schossen mehrere Personen im Karl-Arnold-Ring (Wilhelmsburg) Feuerwerkskörper auf Einsatzkräfte der Feuerwehr, die dort anlässlich eines Brandes eines Altkleidercontainers eingesetzt waren. Umgehend entsandte die Polizei, befriedete die Situation und ermöglichte so die Löschmaßnahmen. Ähnliches geschah gegen 00:15 Uhr bei einem Löscheinsatz der Feuerwehr am Alten Teichweg (Dulsberg). Umgehend setzten Einsatzkräfte Pfefferspray gegen mehrere Personen ein und nahmen Störer in Gewahrsam, um der Feuerwehr das Löschen zweier Kleinbrände auf dem Schulhof der Stadtteilschule zu ermöglichen. Kurz nach 02:00 Uhr entzündeten Unbekannte Gegenstände und Unrat in Höhe der Einmündung Budapester Straße/Paulinenstraße; der Brand konnte von der Feuerwehr schnell gelöscht werden. Der weit überwiegende Teil der Hamburgerinnen und Hamburger startete friedlich in das neue Jahr.

Zur Unterstützung wurden neben den Funkstreifen der Polizei Hamburg auch Kräfte der Landesbereitschaftspolizei eingesetzt; zusätzlich gab es Unterstützung aus Bayern und Mecklenburg-Vorpommern. Der zentrale Silvestereinsatz wurde mit rund 1.000 Einsatzkräften bewältigt. Valide Zahlen zu eingeleiteten Ermittlungsverfahren und getroffenen Maßnahmen lagen zum Zeitpunkt der Fertigung dieser Aktualisierung noch nicht vor. Nach aktuellem Stand erlitten zehn Einsatzkräfte der Polizei Verletzungen, von denen in einem Fall der Dienst nicht fortgesetzt werden konnte.

Dazu Polizeipressesprecher Florian Abbenseth: „Unser Einsatzkonzept ist voll aufgegangen. Die umfangreichen Maßnahmen an den beliebten Silvester-Hotspots der Stadt haben tausenden Menschen wieder einen sicheren Jahreswechsel ermöglicht. Gerade auch das Böllerverbot und das Lichtkonzept am Jungfernstieg haben sich dabei erneut bewährt. Bei entsprechenden Feststellungen wurden relevante Personen und Gruppen im Stadtgebiet niedrigschwellig überprüft und, wo erforderlich, auch konsequent mit polizeilichen Maßnahmen belegt. Zur Gewährleistung der Sicherheit aller haben wir insbesondere in Steilshoop unsere Präsenz am späteren Abend lagebedingt intensiviert. Dort war wegen etlicher Krawallmacher und deren unsachgemäßem Umgang mit Feuerwerkskörpern auch ein robusteres Einschreiten der Einsatzkräfte erforderlich.“

Aktualisierung: In der Silvesternacht, zwischen 18:00 Uhr und 06:00 Uhr, nahm die Polizei insgesamt 1.398 Einsätze wahr. (Vergleich: 2024 auf 2025: 1.079, 2023 auf 2024: rund 1.200, 2022 auf 2023: 1.200, 2021 auf 2022: 1.025, 2020 auf 2021: 1.318) Die Zahlen zu Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren sowie vorläufigen Festnahmen und Ingewahrsamnahmen werden derzeit noch ausgewertet und lagen zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Aktualisierung noch nicht sicher vor. Darüber hinaus gab es eine Aktualisierung hinsichtlich der im Dienst verletzten Einsatzkräfte. Abb./Zim./Wen.

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