Guter Silvesterverlauf in Mittelbaden: Bilanz des Polizeipräsidiums Offenburg 2025/2026

Die Bilanz des Polizeipräsidiums Offenburg zum Jahreswechsel 2025/2026 fällt positiv aus. Polizeipräsident Jürgen Rieger bewertet den Verlauf der Silvesternacht und die Sicherheitslage insgesamt als erfreulich friedlich. Wir haben die Nacht mit einer gut abgestimmten Einsatzstrategie gemeistert, sagte Rieger. Wir waren auf verschiedene Szenarien vorbereitet und haben unser Personal entsprechend aufgestockt.

In der Nacht zum Jahreswechsel wurden alle neun Polizeireviere, der Kriminaldauerdienst, die Polizeihundeführerstaffel sowie das Lagezentrum in Offenburg durch zusätzliche Einsatzkräfte verstärkt. Ergänzend standen Kräfte von der anderen Rheinseite zur Verfügung. Auf unsere französischen Polizeikollegen ist Verlass, wenn wir sie brauchen, hob Rieger die gut funktionierende Zusammenarbeit über die Grenze hinweg hervor.

Trotz einzelner Vorfälle bewertete der Polizeipräsident die Lage im Stadtkreis Baden-Baden, im Ortenaukreis sowie im Landkreis Rastatt als insgesamt sicher. Alle gemeldeten Einsätze werden jeweils nach Dringlichkeit bearbeitet und Straftaten konsequent verfolgt. Unser primäres Ziel ist es, den Menschen ein friedliches Feiern zu ermöglichen, zur Stelle zu sein, wenn Hilfe benötigt wird, und dass meine Kolleginnen und Kollegen gesund aus ihren Einsätzen nach Hause kommen.

Im Einzelnen war die Polizei gemeinsam mit Rettungsdienst und Feuerwehr in der Silvesternacht mit rund 200 Einsatzlagen konfrontiert. Etwa 50 Mal mussten die Einsatzkräfte zu Bränden ausrücken. Bei der Mehrzahl handelte es sich um Kleinbrände, etwa Mülltonnen, Sträucher und Pflanzen; der Sachschaden blieb überwiegend gering.

Zwei größere Einsatzlagen gab es in Willstätt-Eckartsweier und Rheinmünster-Greffern. Gegen 21.09 Uhr wurde der Brand im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses in der Hohnhurster Straße gemeldet. Die Wehrmänner aus Willstätt und Kehl waren mit rund 50 Mann vor Ort und konnten das Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäudeteile verhindern. Die Bewohner konnten das Gebäude rechtzeitig verlassen. Eine Person erlitt eine Rauchgasintoxikation und kam zur medizinischen Versorgung in ein umliegendes Krankenhaus. Der Schaden am Mehrfamilienhaus wird bislang auf etwa 200.000 Euro geschätzt. Die Erforschung der Brandursache wird in den kommenden Tagen durch das Polizeirevier Kehl fortgesetzt.

Ein weiterer Wohngebäudebrand ereignete sich gegen 04.50 Uhr in Rheinmünster-Greffern. Möglicherweise durch den unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern geriet zunächst die Fassadenverkleidung eines Einfamilienhauses in Brand, der sich in der Folge in der Dämmung des Gebäudes ausbreitete. Glücklicherweise konnten auch hier die Bewohner sowie ihr Hund das Anwesen rechtzeitig und unverletzt verlassen. Der entstandene Sachschaden dürfte nach ersten Schätzungen im sechsstelligen Bereich liegen. Die Beamten des Polizeireviers Bühl haben die Ermittlungen aufgenommen.

Darüber hinaus wurden mittels Pyrotechnik mehrere Briefkästen beschädigt, unter anderem auch in Ohlsbach.

In Lahr wurde gegen 02.00 Uhr mit unbekanntem Sprengmittel ein Zigarettenautomat gesprengt; dabei wurden Bargeld sowie Zigaretten entwendet.

Bereits kurz vor dem Jahreswechsel konzentrierte sich ein Einsatzschwerpunkt im nördlichen Präsidiumsbereich auf die Baden-Badener Innenstadt. Am Leopoldsplatz hielten sich zu Mitternacht bis zu 500 Personen auf, um das neue Jahr zu begehen. Das unkontrollierte Abbrennen von Feuerwerkskörpern verursachte Unbehagen in der Menge. Das Polizeirevier Baden-Baden und Unterstützungskräfte aus umliegenden Reviere sowie die Bundespolizei waren daraufhin präsent. Die Feuerwehr Baden-Baden löschte zudem eine Brandstelle an einer Hausfassade, was den Einsatz durch Silvesterlaune und das Abbrennen von Feuerwerksraketen erschwerte. Nach Erkenntnissen der Polizei wurden durch das Abbrennen von Pyrotechnik weder Besucher noch Einsatzkräfte verletzt.

Unmittelbar nach Mitternacht erlitt ein 42-Jähriger in Lahr durch den unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern den Verlust von drei Fingern an der linken Hand. Die medizinische Versorgung erfolgte in einem Krankenhaus des Ortenau Klinikums.

Für einen unrühmlichen Abschluss der Nacht sorgte kurz nach 06.00 Uhr eine 30-jährige Fahrzeugführerin in Kehl. Sie war betrunken und widersetzte sich den Maßnahmen der Beamten. Es drohen Anzeigen wegen Trunkenheit im Straßenverkehr und des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte; eine Kollegin des Polizeireviers Kehl wurde leicht verletzt.