Großfahndung in Böblingen und Ludwigsburg: 400 Einsatzkräfte kontrollieren über 1.500 Personen

(Symbolbild)

Bei einem groß angelegten Fahndungs- und Sicherheitstag haben rund 400 Einsatzkräfte von Landes- und Bundespolizei, Zoll und verschiedenen Behörden am Freitag (27. März 2026) in den Landkreisen Böblingen und Ludwigsburg über 1.500 Personen und mehr als 700 Fahrzeuge kontrolliert. Der etwa 20 Stunden dauernde Einsatz startete um 6:00 Uhr morgens und endete erst um 2:00 Uhr am Folgetag.

Die Beamten stellten dabei insgesamt 31 Straftaten und 492 Ordnungswidrigkeiten fest, darunter vor allem Betäubungsmittel- und Waffendelikte sowie Verkehrsverstöße. Elf Verkehrsteilnehmer standen unter dem Einfluss von Alkohol oder Betäubungsmitteln. Bei 23 Fahrzeugen wiesen die Kontrolleure teilweise erhebliche Mängel nach, so dass die Weiterfahrt untersagt werden musste.

Während des Einsatzes überprüften die Einsatzkräfte gut 1.200 Dokumente auf ihre Echtheit. Sie beschlagnahmten unter anderem Betäubungsmittel, Arzneimittel, Waffen und Führerscheine, führten zwei Blutentnahmen durch einen Arzt durch und behandelten mehrere Personen erkennungsdienstlich. Drei Gaststätten im Landkreis Böblingen mussten wegen verschiedener Beanstandungen geschlossen werden.

Die Kontrollen fanden an verschiedenen Orten statt: an öffentlichen Plätzen und Anlagen, im öffentlichen Nahverkehr, an der Bundesautobahn 8, in Gaststätten und Hotels sowie im Rotlichtmilieu. Zusätzlich vollstreckten die Beamten Durchsuchungsbeschlüsse und Haftbefehle.

„Im Jahr 2025 wurden in den Landkreisen Böblingen und Ludwigsburg erneut gut 40 Prozent aller Straftaten im öffentlichen Raum begangen. Das sind Straftaten, die von den Bürgerinnen und Bürgern wahrgenommen werden und die sich daher besonders auf das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung auswirken können“, erklärte der Leiter der Schutzpolizeidirektion, Leitender Polizeidirektor Erwin Grosser.

Die öffentlichkeitswirksame Aktion ist Teil der landesweiten polizeilichen Sicherheitsstrategie zur Bekämpfung der Kriminalität im öffentlichen Raum. Die Handlungsschwerpunkte lagen auf der Sicherheit im öffentlichen Raum sowie den Bereichen illegale Beschäftigung, Sozialleistungsbetrug, Rauschgift- und Waffendelikte sowie grenzüberschreitender Kriminalität.

Hintergrund der Aktion sind die anhaltend hohen Zahlen bei Straftaten im öffentlichen Raum. Obwohl diese 2025 um 12,3 Prozent zurückgingen, stagnieren sie im Langzeitvergleich der letzten zehn Jahre auf hohem Niveau. Im Durchschnitt werden jährlich über 15.000 Straftaten im öffentlichen Raum registriert, was rund 40 Prozent aller Straftaten in den beiden Landkreisen ausmacht.

Die deliktischen Schwerpunkte lagen 2025 bei Sachbeschädigungsdelikten, gefolgt von Rohheits- und Diebstahlsdelikten. Besonders alarmierend: Die Zahl der Messerangriffe im öffentlichen Raum stieg deutlich an. Knapp die Hälfte aller 222 registrierten Messerangriffe (44,7 Prozent) fand im öffentlichen Raum statt.