Jugendbande in Hamburg: Sechs Tatverdächtige nach Raub- und Diebstahlsserie ermittelt

(Symbolbild)

Nach einer Serie von Gewalt- und Eigentumsdelikten in Hamburgs Nordwesten haben die Ermittlungsbehörden sechs männliche Jugendliche als Tatverdächtige identifiziert. Die Taten ereigneten sich zwischen dem 19. Februar und 15. März 2026 in den Stadtteilen Eidelstedt, Eppendorf, Niendorf und Schnelsen. Einer der Minderjährigen sitzt bereits in Untersuchungshaft.

Das Eimsbütteler Fachkommissariat für Jugendkriminalität und Raubdelikte (LKA 134) ermittelt gegen die Gruppe wegen insgesamt drei Raubtaten, zwei Diebstahlsdelikten sowie einem Einbruch. Die Jugendlichen sollen in unterschiedlicher Konstellation zusammengearbeitet haben.

Die Deliktserie begann am Abend des 19. Februar 2026 mit einem Diebstahl verschiedener Alltagsgegenstände aus einem mutmaßlich unverschlossenen Auto in der Straße Redingskamp in Eidelstedt. Zwei Tage später entwendete ein Unbekannter einer 77-Jährigen die Brieftasche aus ihrer Einkaufstasche im Schleswiger Damm in Schnelsen, als sie vom Einkaufen zurückkehrte. In der Nacht vom 25. auf den 26. Februar brachen mutmaßlich mehrere Personen in die Stadtteilschule Niendorf ein, durchsuchten mehrere Räume und stahlen unter anderem Bargeld und einen Tresor.

Die schweren Raubdelikte begannen am Samstag, dem 7. März 2026, als mehrere Jugendliche auf dem Bahnsteig des U-Bahnhofs Niendorf Nord zwei 17 und 18 Jahre alte Männer mit einem Faustschlag attackierten und ihnen Bargeld sowie EC-Karten raubten. Als die Opfer flüchteten, verfolgten die mutmaßlichen Räuber sie, schlugen und traten sie zu Boden. Zwei Tage später drohten mehrere Jugendliche einem 15-Jährigen in einer U-Bahn von der Haltestelle Niendorf Nord stadteinwärts mit Gewalt. Das Opfer übergab einen geringen zweistelligen Bargeldbetrag und wurde zusätzlich gezwungen, in einem Supermarkt weiteres Bargeld abzuheben.

Den Höhepunkt erreichte die Serie am 15. März 2026 um circa 1:05 Uhr, als mehrere Jugendliche im Bereich Eppendorfer Baum einen 17-Jährigen abpassten, festhielten und nach Wertgegenständen durchsuchten. Nach dem Raub seiner Geldbörse und hochwertiger Kopfhörer schlugen und traten die Täter noch auf den Geschädigten ein, bevor sie zu Fuß flüchteten. Polizisten nahmen bei einer sofortigen Fahndung drei 15-jährige Tatverdächtige (deutsch, bulgarisch und serbisch) vorläufig fest. Bei einem der Jugendlichen fanden sie Teile des Raubguts. Da keine Haftgründe vorlagen, wurden die Tatverdächtigen nach den polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.

Die Ermittlungen ergaben Hinweise auf insgesamt sechs Jugendliche als Tatverdächtige: drei Deutsche (15, 15 und 16 Jahre alt), ein 15-jähriger Serbe, ein 15-jähriger Bulgare und ein 14-jähriger Rumäne. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ ein Richter einen Haftbefehl gegen einen der beiden 15-jährigen Deutschen. Zivilfahnder der Region Eimsbüttel verhafteten den Jugendlichen am 25. März 2026 und führten ihn dem Untersuchungsgefängnis zu.

Die Strafverfolgungsbehörden prüfen derzeit, ob weitere Personen an den Taten beteiligt waren und ob die Gruppierung für zusätzliche Vorfälle verantwortlich sein könnte.