Vertreter von Feuerwehr Hannover, Johanniter-Unfall-Hilfe, Polizeidirektion Hannover und der Agentur „eichels Event“ haben am Dienstag, 31. März 2026, in Hannover rund 3.800 Euro an den „Weißen Ring“ übergeben. Das Geld stammt aus dem Erlös des im vergangenen Jahr erstmals veranstalteten „Run4Respect“, bei dem mehrere hundert Läufer ein Zeichen gegen Gewalt an Einsatzkräften gesetzt hatten.
Die Übergabe der Spendensumme von exakt 3.788 Euro erfolgte am Dienstagnachmittag durch Vertreter der beteiligten Organisationen. Der Aktionslauf hatte im Oktober vergangenen Jahres stattgefunden, wo mehrere hundert Teilnehmer auf der Strecke des „Run4Respect“ in Hannover ein Zeichen gegen Gewalt und für Solidarität mit angegriffenen Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten gesetzt hatten.
„Es ist ein paradoxes und trauriges Phänomen, dass Rettungskräfte beim Helfen und Retten behindert oder gar angegriffen werden. Wir laufen nicht nur für die Fitness, sondern für eine Haltung“, erklärte Christoph Bahlmann, Direktor der Feuerwehr Hannover. „Respekt sollte kein Bonus sein, sondern die Grundvoraussetzung für unsere Arbeit. Dass wir heute diese Summe übergeben können, ist ein toller Erfolg der Gemeinschaft.“
Michael Homann von der Johanniter-Unfall-Hilfe schloss sich an: „Im Rettungsdienst erleben unsere Mitarbeitenden tagtäglich Situationen, in denen Emotionen hochkochen, doch das darf nicht in Aggression umschlagen. Der ‚Run4Respect‘ verbindet sportlichen Ehrgeiz mit einer klaren Botschaft für Respekt und Mitgefühl. Wir sind stolz darauf, Teil dieser Allianz zu sein und durch den Erlös die wichtige Arbeit des Weißen Rings zu stärken.“
Die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt eine alarmierende Entwicklung: Im Jahr 2025 erreichte die Zahl der registrierten Gewalttaten gegen Polizeivollzugsbeamte mit 1.129 Fällen einen neuen traurigen Höchststand, nachdem die Zahlen bereits seit 2021 mit 938 Fällen kontinuierlich gestiegen sind. Ein ähnlich besorgniserregendes Bild zeichnet sich bei den Rettungsdiensten und der Feuerwehr ab: Hier stiegen die Fallzahlen in der Region Hannover von 68 im Jahr 2024 auf 98 Fälle im Jahr 2025 sprunghaft an. Bei diesen Taten handelt es sich überwiegend um Widerstandshandlungen, tätliche Angriffe, Körperverletzungen und Bedrohungen.
Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten von der Polizeidirektion Hannover unterstrich: „Gewalt gegen diejenigen, die jeden Tag für die Sicherheit unserer Gesellschaft den Kopf hinhalten, ist absolut inakzeptabel. Als Polizei schützen wir das Recht auf körperliche Unversehrtheit – dieses Recht gilt selbstverständlich auch für unsere Kolleginnen und Kollegen. Der ‚Run4Respect‘ macht dieses Problem sichtbar und zeigt unseren Kolleginnen und Kollegen, dass der Rückhalt in der Bevölkerung groß ist. Mit der Spende an den Weißen Ring schließt sich der Kreis: Wir unterstützen damit direkt die professionelle Hilfe für Opfer von Gewalt.“
„Für uns als Veranstalter ist der ‚Run4Respect‘ eine Herzensangelegenheit, um denjenigen den Rücken zu stärken, die täglich für unsere Sicherheit und Gesundheit im Einsatz sind“, sagte Stefanie Eichel, Geschäftsführerin der Agentur „eichels Event“, die den Lauf organisiert hatte. Die beeindruckenden Teilnehmerzahlen und die Spendensumme motivierten sie für die Zukunft: „Wir freuen uns darauf, am 25. August 2026 gemeinsam mit der Stadtgesellschaft das nächste lautstarke Signal für Respekt und gegen Gewalt zu setzen“, kündigte sie bereits die nächste Auflage der Veranstaltung an.
Der Weiße Ring ist Deutschlands größte Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität. Der Verein unterstützt Menschen, die durch Straftaten geschädigt wurden – sei es durch körperliche Gewalt, Einbruch oder psychischen Druck. Neben materieller Hilfe in Notlagen bietet der Weiße Ring vor allem menschlichen Beistand, Begleitung zu Behörden sowie eine kostenlose Rechtsberatung für Betroffene. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Kriminalprävention sowie die politische Interessenvertretung für die Belange von Opfern.