Bremen: Mehr Verkehrsunfälle, aber weniger Tote – E-Scooter-Unfälle auf Rekordhoch

(Symbolbild)

Im Land Bremen ereigneten sich 2025 insgesamt 24.028 Verkehrsunfälle – ein deutlicher Anstieg um rund elf Prozent gegenüber dem Vorjahr (2024: 21.639). Während die Unfallzahlen in der Stadtgemeinde Bremen sogar um mehr als 14 Prozent zunahmen (+2.491), gingen sie in Bremerhaven leicht um rund 2,5 Prozent zurück (-102).

Trotz der gestiegenen Unfallzahlen sank die Zahl der Verkehrstoten erheblich: Sieben Menschen kamen 2025 im Land Bremen bei Verkehrsunfällen ums Leben (alle sieben in Bremen, kein Todesfall in Bremerhaven). Das entspricht einem Rückgang um mehr als 36 Prozent – im Vorjahr waren es noch elf Todesopfer.

„Unser Ziel ist klar: Trotz steigender Verkehrsunfallzahlen wollen wir die Zahl der schweren Unfallfolgen weiter konsequent senken. Dafür setzen wir auf eine Kombination aus verstärkter Überwachung, gezielten Kontrollen und Prävention – insbesondere bei Geschwindigkeit, Ablenkung sowie im Bereich der neuen Mobilitätsformen“, erklärte Innensenatorin Dr. Eva Högl.

Die Zahl der verunglückten Personen stieg landesweit auf 3.541 (+112 oder 3,3 Prozent). In Bremen wurden 2.862 Verunglückte registriert (+108 bzw. 3,9 Prozent), in Bremerhaven 679 (+4 bzw. 0,6 Prozent).

Besonders positiv entwickelte sich die Zahl der Schwerverletzten: Sie sank landesweit auf 232 (-74 bzw. 24,2 Prozent). In Bremen wurden 198 Schwerverletzte erfasst (-63 bzw. 24,1 Prozent), in Bremerhaven 34 (-11 bzw. 24,4 Prozent). Die Leichtverletzten nahmen dagegen zu: Landesweit wurden 3.302 leicht verletzte Personen gezählt (+190 oder 6,1 Prozent).

Auffällig ist die Entwicklung bei Kinderunfällen: Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Kindern stieg landesweit auf 276 (+51 bzw. 22,7 Prozent). In Bremen lag der Anstieg bei 213 Fällen (+21 bzw. 10,9 Prozent), während Bremerhaven mit 63 Fällen einen besonders starken Zuwachs verzeichnete (+30 bzw. 90,9 Prozent). Gegenläufig entwickelte sich jedoch die Zahl der dabei verunglückten Kinder: Diese sank landesweit auf 160 (-87 bzw. 35,2 Prozent).

Den größten Anteil am Unfallgeschehen machen weiterhin Verkehrsunfälle mit den Hauptunfallursachen Abstand und Geschwindigkeit aus. Diese stiegen landesweit deutlich auf 7.382 Fälle (+1.285 bzw. 21,1 Prozent) und machen damit rund 30 Prozent aller Unfälle aus. In Bremen erhöhte sich die Zahl auf 6.482 (+1.419 bzw. 28 Prozent), während sie in Bremerhaven auf 900 zurückging (-134 bzw. 13 Prozent). Die Zahl der dabei Verunglückten stieg landesweit auf 988 (+200 bzw. 25,4 Prozent).

Bei Verkehrsunfällen unter Beteiligung von Seniorinnen und Senioren wurden landesweit 5.167 Fälle registriert (+310 bzw. 6,4 Prozent). Die Zahl der verunglückten Senioren stieg auf 440 (+11 bzw. 2,6 Prozent).

Die Unfälle mit Fahrrad- oder Pedelecbeteiligung nahmen leicht auf 1.452 zu (+27 bzw. 1,9 Prozent). Dabei entwickelten sich die Bereiche unterschiedlich: Fahrradunfälle gingen auf 1.165 zurück (-17 bzw. 1,4 Prozent), während Pedelec-Unfälle deutlich auf 287 anstiegen (+44 bzw. 18,1 Prozent). Die Gesamtzahl der Verunglückten sank auf 1.012 (-94 bzw. 8,5 Prozent), wobei bei Pedelecs 222 Verunglückte registriert wurden (+30 bzw. 15,6 Prozent).

Einen neuen Höchststand erreichten E-Scooter-Unfälle: Landesweit wurden 257 Unfälle registriert (+45 bzw. 21,2 Prozent). In Bremen stieg die Zahl auf 197 (+34 bzw. 20,9 Prozent), in Bremerhaven auf 60 (+11 bzw. 22,5 Prozent). Die Zahl der Verunglückten nahm landesweit auf 189 zu (+45 bzw. 31,3 Prozent). Von den landesweit 189 E-Scooter-Verunglückten waren 178 leicht verletzt, 11 schwer verletzt und keiner getötet. Unter Alkoholeinfluss ereigneten sich neun Unfälle, 28 waren Alleinunfälle.

Als Unfallschwerpunkte in Bremen gelten die Stephanibrücke (unverändert), der BAB-Zubringer Überseestadt/Auffahrt Flyover (neu) und Nordstraße/Hansator (neu). In Bremerhaven blieben die Brennpunkte unverändert: Stresemannstraße/Grimsbystraße, Langener Landstraße/Parkstraße/Debstedter Weg und Borriesstraße/Columbusstraße.

Högl kündigte verstärkte Kontrollen an: „Wir werden die Zahl der Überwachungsgeräte weiter erhöhen und bei der Kontrolle von Zweirädern sehr aktiv sein.“ Das Land Bremen beteiligt sich am 28. April 2026 an der bundesweiten Verkehrssicherheitsaktion #sichermobilleben unter dem Motto „Zweiräder im Blick“.

Die Verkehrsunfallzahlen im Land Bremen steigen seit 2021 kontinuierlich an und haben 2025 mit 24.028 Unfällen nahezu das Vor-Corona-Niveau von 2019 (24.060 Unfälle) erreicht.