Die Hamburger Polizei hat einen 17-jährigen Deutschen festgenommen, der im Verdacht steht, mehrere Raubdelikte und politisch motivierte Straftaten begangen zu haben. Beamte der Staatsschutzabteilung des Landeskriminalamts vollstreckten am Dienstagmorgen ab 6 Uhr Durchsuchungsbeschlüsse in den Hamburger Stadtteilen Altona, Bergedorf, Billstedt und Lohbrügge sowie in der mecklenburg-vorpommerschen Stadt Lübtheen.
Den Ermittlungen zufolge drang der 17-Jährige am 4. März 2026 zusammen mit einem 16-jährigen Deutschen und einem 19-jährigen usbekischen Staatsangehörigen in die Jugendwohnung eines 19-Jährigen ein. Dort forderten sie unter Vorhalt eines Messers die Herausgabe eines vierstelligen Geldbetrags. Als der Geschädigte der Forderung nicht nachkam, traten die Angreifer so lange auf ihn ein, bis er zu Boden ging. Auch auf den am Boden liegenden Mann schlugen und traten die zur Tatzeit Springerstiefel tragenden Täter weiter ein, bevor der 17-Jährige noch eine Trainingsjacke an sich nahm und mit seinen Komplizen flüchtete.
Nur vier Tage später, am 8. März, drangen die drei Täter erneut in dieselbe Jugendwohnung ein – dieses Mal begleitet von einem 16-jährigen Polen und einer 15 Jahre alten Deutschen. Wieder verlangten sie die Herausgabe von Wertgegenständen und Bargeld. Da der 19-Jährige erneut nicht nachkam, traten zwei Personen auf ihn ein, auch als er bereits am Boden lag. Anschließend flüchtete die Gruppe. Teile der Taten wurden gefilmt und später veröffentlicht. Nach aktuellem Ermittlungsstand war eine Kontaktanbahnung des 19-Jährigen zu dem 15 Jahre alten Mädchen ursächlich für die Angriffe.
Darüber hinaus steht der 17-Jährige im Verdacht, am 13. Februar 2026 im Stadtteil Billstedt gemeinsam mit einer gleichaltrigen deutschen Staatsangehörigen einen 39-Jährigen mit Migrationshintergrund unter Vorhalt eines Messers bedroht und rassistisch beleidigt zu haben. Eine Woche später soll der Jugendliche im Bereich des U-Bahnhofs Kiwittsmoor in Langenhorn ein Wahlplakat beschädigt und dabei den sogenannten „Hitlergruß“ gezeigt haben.
Die Staatsschutzbeamten durchsuchten insgesamt sechs Wohnungen und verhafteten den Hauptverdächtigen in Lohbrügge. Ein Richter hatte die entsprechenden Beschlüsse zuvor aufgrund der Ermittlungsergebnisse und auf Antrag der Staatsanwaltschaft unter anderem wegen des Verdachts der versuchten räuberischen Erpressung erlassen. Bei den Durchsuchungen stellten die Beamten szenetypische Propagandamaterialien sowie potenzielle Beweismittel sicher, die nun ausgewertet werden. Der 17-Jährige wurde dem Untersuchungsgefängnis zugeführt, wo ihm ein Richter den Haftbefehl verkündet. Die gemeinsamen Ermittlungen von LKA 73 und Staatsanwaltschaft zu möglicherweise weiteren Beteiligten dauern an.