Bei einem schweren Kettenunfall auf der Bundesstraße 30 bei Unteressendorf sind am Donnerstag zehn Menschen verletzt worden. Neun Fahrzeuge waren in die Kollision verwickelt, die sich gegen 10.41 Uhr ereignete.
Der Unfall begann, als ein unbekannter Fahrer mit seinem Wohnmobil von Bad Waldsee in Richtung Biberach unterwegs war und auf Höhe Unteressendorf verbotswidrig nach links in die Biberacher Straße abbog. Ein nachfolgender Autofahrer konnte noch rechtzeitig hinter dem Wohnmobil zum Stillstand bremsen. Auch weitere Verkehrsteilnehmer bremsten ab, doch ein 62-jähriger Fahrer eines VW Bus reagierte zu spät und krachte in das Heck eines Kia.
Durch den heftigen Aufprall schob es alle fünf mutmaßlich stehenden Fahrzeuge aufeinander auf. Alle sechs Fahrzeuge wurden dadurch beschädigt. Die Kollision hatte weitere dramatische Folgen: Trümmerteile flogen auf die Gegenfahrbahn und zwangen einen entgegenkommenden Fahrer eines VW Polo, der in Richtung Bad Waldsee unterwegs war, zu einer Vollbremsung. Zwei dahinter befindliche Verkehrsteilnehmer, ein VW-Fahrer und ein Honda-Fahrer, fuhren hinten auf. Auch an diesen drei Fahrzeugen entstanden Sachschäden.
Neun Fahrzeuginsassen erlitten leichte Verletzungen. Eine Person, die 34-jährige Fahrerin des Kia, kam mit Verdacht auf schwerere Verletzungen stationär in eine Klinik. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften war vor Ort. Für die Dauer der Unfallaufnahme musste die B30 komplett gesperrt werden. Drei Fahrzeuge waren nicht mehr fahrbereit.
Der Sachschaden dürfte nach Angaben der Polizei im mittleren bis hohen fünfstelligen Bereich liegen. Kurz vor 13 Uhr war die Unfallstelle geräumt und die B30 wieder frei befahrbar. Die Verkehrspolizei Laupheim hat die Ermittlungen aufgenommen. Entgegen den ersten Erkenntnissen dürfte der Abbiegevorgang des bislang noch unbekannten Fahrers des Wohnmobils wohl nicht für den Auffahrunfall unfallursächlich gewesen sein. Die Polizei bittet um sachdienliche Hinweise von Zeugen unter Tel. 07351/447-0 oder 07392/9630-0.