Die Jungen Liberalen (JuLis) wollen die Bewerber um den FDP-Parteivorsitz einem kritischen Hearing unterziehen. Alle Kandidaten für den Chefposten werden zu dem Bundeskongress der Jugendorganisation vom 8. bis 10. Mai in Bingen eingeladen, wie JuLi-Chef Finn Flebbe der dts Nachrichtenagentur mitteilte.
Neben den Bewerbern für den Parteivorsitz sollen sich auch die möglichen Kandidaten für das Amt des Generalsekretärs in Bingen vorstellen. „Unsere Mitglieder sollen die Gelegenheit bekommen, die Bewerber direkt zu erleben, kritisch zu befragen und sich ein eigenes Bild zu machen“, erklärte Flebbe das Konzept.
Der JuLi-Vorsitzende begrüßte ausdrücklich, dass die FDP in ihrer derzeitigen Lage echten Wettbewerb zulasse. „Eine Partei, die an Freiheit und Leistung glaube, müsse auch unterschiedliche Köpfe und Konzepte aushalten und sichtbar machen“, so Flebbe gegenüber der Nachrichtenagentur.
Eine eigene Kandidatur für den FDP-Parteivorsitz schloss Flebbe für sich aus. Stattdessen will er auf dem Parteitag Ende Mai erneut für den Bundesvorstand kandidieren. „Für einen Vorsitzsposten ist mein Anspruch klar: Mein Platz ist an der Spitze der Jungen Liberalen“, betonte der JuLi-Chef.
Im Duell zwischen den bisher bekannten Kandidaten um den FDP-Chefposten – dem 74-jährigen FDP-Urgestein Wolfgang Kubicki und dem 39-jährigen NRW-Landeschef Henning Höne – wollte sich Flebbe nicht eindeutig positionieren. Er machte jedoch Andeutungen, die allerdings nicht zwingend als Plädoyer für Höne gewertet werden müssen: „Ein echter Neuanfang der FDP wird nur gelingen, wenn auch junge, neue Gesichter in Verantwortung kommen und diesen Aufbruch glaubwürdig verkörpern.“ Dafür stünden sowohl er als auch die Junge Liberale bereit und zur Verfügung, sagte Flebbe der dts Nachrichtenagentur.