Zivilfahnder haben am Dienstag in Hamburg-Farmsen-Berne zwei rumänische Staatsangehörige festgenommen, die mit gestohlenen Bankkarten Waren im Wert von knapp 1.000 Euro betrügerisch erworben haben sollen. Die Männer im Alter von 30 und 40 Jahren stehen im Verdacht, unter anderem ein hochwertiges Fahrrad mit fremden Karten bezahlt zu haben.
Die Zivilfahnder der Region Wandsbek beobachteten die beiden Verdächtigen zunächst am Hammer Steindamm, nachdem ihnen das auffallend konspiratives Verhalten der Männer in einem Pkw aufgefallen war. Die Beamten verfolgten das Fahrzeug und beobachteten, wie die Tatverdächtigen in Oststeinbek mehrere Geschäfte betraten und jeweils mit Waren wieder verließen.
Anschließend fuhren die beiden nach Hamburg-Farmsen-Berne zum Friedrich-Ebert-Damm, wo sie eine Verkaufsfiliale eines Fahrradhändlers aufsuchten. Dort erwarb einer der Männer ein Fahrrad samt Zubehör im Wert von knapp 1.000 Euro und bezahlte mittels einer Bankkarte. Das Fahrrad wurde danach im Auto verstaut.
Bei der Weiterfahrt zeigte der Fahrer eine augenscheinlich unsichere Fahrweise und überfuhr eine rot zeigende Ampel. Daraufhin stoppte eine Wandsbeker Funkstreifenwagenbesatzung das Fahrzeug zur Überprüfung der Fahrtüchtigkeit des Fahrers. Der 40-jährige Rumäne verließ seinen Pkw, gab Übelkeit vor und begab sich einige Meter vom Fahrzeug weg. Dabei ließ er eine Zigarettenschachtel fallen und ergriff unerwartet die Flucht.
Die Einsatzkräfte konnten den Flüchtigen in einem nahegelegenen Kleingartenverein vorläufig festnehmen. Bei der Überprüfung der zuvor fallengelassenen Zigarettenschachtel entdeckten die Fahnder mehrere Bankkarten unterschiedlicher Eigentümer aus nahezu dem gesamten Bundesgebiet. Daraufhin nahmen sie auch den am Anhalteort verbliebenen 30-jährigen Komplizen mit rumänischer Staatsangehörigkeit vorläufig fest und stellten die Zigarettenschachtel samt Inhalt sicher.
Die ersten Ermittlungen ergaben, dass einige der Bankkarten mutmaßlich gestohlen waren und damit Waren betrügerisch bezahlt wurden – so auch das sich im Fahrzeug befindende Fahrrad. Eine Richterin ordnete die Durchsuchung der Wohnung des 30-Jährigen in Hamburg-Hamm an, bei der die Polizei weitere Wertgegenstände und Beweismittel sicherstellte. Nun muss geklärt werden, ob auch diese Gegenstände durch die Nutzung fremder Bankkarten betrügerisch erworben wurden.
Der 40-jährige Tatverdächtige wurde erkennungsdienstlich behandelt und nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen. Der 30-Jährige, der den Strafverfolgungsbehörden bereits mit Eigentumsdelikten bekannt ist, wurde dem Untersuchungsgefängnis zugeführt und muss sich vor einem Haftrichter verantworten. Das Fachkommissariat für Betrugsdelikte im Landeskriminalamt führt die weiteren Ermittlungen.